Freitag, 31. Oktober 2014

Rottmoser will die Saison locker angehen - DAV Nationalkader der Skibergsteiger bei Maloja in Rimsting eingekleidet

Foto: Petra Rapp
Sie wirken alle ziemlich relaxed wie sie so dasitzen in ihren neuen schwarz-rot-goldenen Outfits, die sie bei der Einkleidung beim Ausrüster Maloja in Rimsting am Freitag erhalten haben. Ganz so entspannt wird es nächste Woche dann nicht mehr sein, wenn die besten Skibergsteiger Deutschlands am Pitztaler Gletscher intensiv in das Schneetraining für die kommende Saison einsteigen. Der Rosenheimer Sepp Rottmoser, Anton Palzer, Cornelius Unger, Simon Kurz (alle DAV Berchtesgaden) sowie Toni Lautenbacher aus Bad Tölz haben den Sommer über gut trainiert und auf diversen Berglauf- und Mountainbikerennen ihre Ausdauer unter Wettkampfbedingungen geprüft. Jetzt freuen sie sich auf die neue Weltcupsaison in der aufstrebenden und immer professioneller werdenden Sportart Skibergsteigen.

„Der Skitourenrennsport wird auch in der breiten Bevölkerung immer greifbarer und begreifbar, die Athleten kommen super sympathisch rüber und ich denke, der Sport ist auf einem guten Weg“, sagt auch Martin Dufter in Rimsting, der sich um die Sponsoren des DAV-Teams kümmert. „Wir hatten zwar in der letzten Saison nur ein kleines Team mit vier Mann, wurden aber trotzdem wieder als eine der stärksten Nationen im Skibergsteigen wahr genommen. Ich denke, in dieser Saison dürfen wir uns durchaus wieder auf einige Top-Resultate unserer Athleten freuen“, sagt Matthias Keller, beim Deutschen Alpenverein für das Ressort Spitzenbergsport verantwortlich. 



Neben acht Weltcuprennen von Januar bis April wartet Mitte Februar als Saisonhöhepunkt die Weltmeisterschaft in Verbier, wo sich das deutsche Team mit den Leistungsträgern Toni Palzer und Sepp Rottmoser in den Einzeldisziplinen Medaillen erhofft. „Aber ich denke, wir könnten in dieser Saison, wenn alle fit sind, durchaus auch in der Staffel vorne dabei sein und uns dort vielleicht erstmals eine Medaille holen. Wobei die Topnationen Frankreich und Italien sicher schwer zu schlagen sein werden“, sagt Sepp Rottmoser. Der Sprint-Weltmeister steht vor einer schweren Saison. Er lebt seit zwei Monaten in Bozen, wo er bis zum März die Meisterschule für Garten- und Landschaftsbau besuchen wird. „Für mich ist das jetzt bereits die neunte Weltcupsaison, jetzt hat meine berufliche Ausbildung absolut Priorität. Deshalb kann ich mich auch nicht so vorbereiten wie in den letzten Jahren und nur an den Wochenenden bei den Lehrgängen dabei sein.“ Im Moment nutzt er die 600 Höhenmeter in Bozen zu seiner Wohnung als tägliche Trainingseinheit und hat bisher nur sechs Schneetrainingstage absolviert. „In dieser Saison finden vier Sprintrennen statt, das wäre eigentlich gut für mich. Klar will ich bei den meisten Rennen dabei sein, aber ich mache mir keinen Druck und werde schauen, wie ich bis zum Start im Januar drauf bin und das jeweils dann für jedes Rennen spontan entscheiden, ob ich starte. Ich habe laufend Prüfungen und weiß noch nicht, wie umfangreich die sein werden.“

S. Rottmoser, Foto Rapp
Der Rosenheimer will es also locker angehen in dieser Saison. Doch wer den zweifachen Sprintweltmeister kennt, weiß, dass er nach wie vor heiß ist, wenn er an den Start geht. Vielleicht gelingt es ihm ja trotzdem, seinen Weltmeistertitel zu verteidigen. Ob das Feuer noch so lange in ihm brennt, wenn Skibergsteigen 2018 oder 2022 eventuell doch olympisch werden sollte? „Mal abwarten. Das weiß ich nicht. Das wird eine spannende Saison, in der sich viel für das Skibergsteigen als Sport im internationalen Verband und im IOC entscheiden wird“, meint er. Doch in seinen Augen ist beim Thema Olympia schon ein kleines Leuchten zu sehen. Den Olympischen Traum will sich schließlich jeder Leistungssportler einmal im Leben erfüllen. Und jemand, der so viel für diesen Sport getan hat, sollte es allemal versuchen. Petra Rapp

Alle Weltcup-Infos und Termine unter www.ismf-ski.org

Donnerstag, 30. Oktober 2014

USA - Colorado: Crested Butte und Telluride – Zwei Perlen für Skifreaks

Lange, blonde Rasta-Locken, weite Baggy-Pants, den Besen mal schnell über den frischen, lockeren Powder geschwungen, der sich auf dem Sitz des antiquierten, stützenlosen Sesselliftes gesammelt hat. Ein kurzes „How are you? Have a good day!“ mit leicht verklärtem - oder wohl eher verkifftem - Lächeln. Aus dem Lautsprecher dezent „Wish you were here“ von Pink Floyd… Nein, kein Traum, sondern mitten drin in Colorados Rockies. Und ganz weit weg von den überfüllten Skigebieten in den Alpen, wo einem allein schon die aufdringlich-laute und meist geschmacklose Bedröhnung an Hütten und Liften den letzten Nerv raubt. 

Die ganze Reportage gibt es in der neuen Ausgabe der Skipresse, in Kürze im Sportfachhandel, hier als epaper: Link, siehe Seiten 80 bis 84:



Sonntag, 26. Oktober 2014

Motiviert und bestens gerüstet in die neue Saison - Einkleidung des Bayerischen Skiverbandes in Eching

Foto Petra Rapp
Am vergangenen Freitag, 24. Oktober, fand im Audi Gebrauchtwagenzentrum in Eching bei München die diesjährige Einkleidung des Bayerischen Skiverbandes (BSV) statt. Rund 680 junge Wintersportler, Trainer, Funktionäre und Ehrenamtsträger im BSV wurden dort mit insgesamt 9.000 hochwertigen Artikeln namhafter Ausrüster ausgestattet. Sie können so optimal gerüstet in die Saison starten. 

Blank polierte Rennautos, große Pakete zum Auspacken und für viele nach der langen Sommerpause wieder ein erstes Zusammentreffen mit Freunden aus den anderen bayerischen Skiregionen: Es gab eine Menge strahlender Augen am vergangenen Freitag im Audi Gebrauchtwarenzentrum in Eching, wo zum zweiten Mal die Einkleidung des Bayerischen Skiverbandes stattfand. Eine wahrlich glänzende Veranstaltung in tollem Ambiente, hinter der aber auch viel Arbeit steckt. 

W. Weißmüller, J. Richter, K. Rambach
Das BSV-Team hat einiges gestemmt in den letzten Wochen: vor knapp zwei Wochen erst die große 100-Jahr-Feier des Verbandes, jetzt die Einkleidung, wo alle Gäste von FZ Getränke Zimmermann und der Bäckerei Feneberg dankenswerterweise bestens verköstigt wurden. „Ja, es war schon eine Menge zu tun und wir sind seit vier Wochen eigentlich nonstop unterwegs. Vor zwei Wochen kam die Lieferung mit den Produkten, dann hieß es, an die 700 Kisten packen. Aber es läuft alles gut, ich bin sehr zufrieden“, sagt eine trotz der hohen Belastung immer noch gut gelaunte, lächelnde Julia Richter, Verantwortliche im BSV für das Projekt „Einkleidung“. Ein offensichtlich sehr leistungsstarkes Verbandsteam als optimale Basis für leistungsstarke Athleten - so sieht das auch Herbert John, Vizepräsident in der vor zwei Wochen neu gewählten Vorstandschaft des BSV. „Das neue Präsidium kann sich deshalb so schnell und leicht einspielen, weil wir eine absolut perfekt funktionierende Geschäftsstelle haben. Geschäftsführer Klaus Rambach, Wolfgang Weißmüller und das ganze Team leisten hervorragende Arbeit, wie man einmal mehr hier in Eching sieht. Die Athleten sind glücklich und wir vom Verband sind es auch. Wir hoffen jetzt natürlich, dass sie gut durch den Winter kommen und erfolgreich sind.“

Mit gut ausgebildeten Trainern zu großen Ziele
Dass sie sportlich viel drauf haben, das haben die jungen bayerischen Wintersportler in der Vergangenheit vielfach bewiesen. Der Bayerische Skiverband ist der erfolgreichste Landesverband im DSV und will das auch bleiben. „Wir wollen im Nachwuchsleistungssport wieder absolut top sein. Deshalb bereiten wir unsere Landeskaderathleten über alle olympischen Disziplinen perfekt auf die Saison vor, rüsten sie sehr gut aus und begleiten sie auch während der Saison“, so Klaus Rambach. So sollen möglichst viele Medaillen bei der Junioren- und Jugend-Weltmeisterschaften sowie der Sprung vieler Talente in die DSV-Kader erreicht werden. Herbert John: „Optimale Nachwuchsförderung hat beim BSV oberste Priorität. Hier investiert der Verband sehr viel Geld und Mühen. Um auch langfristig weiterhin erfolgreich zu sein, brauchen wir aber in allen Disziplinen, vor allem auch in den neuen, noch jungen Winterportarten, sehr gute Trainer, die die Kinder und Jugendlichen sportlich wie menschlich entsprechend ausbilden und fördern. Deshalb legt der BSV in Zukunft großen Wert auf eine fundierte Trainerausbildung.“

Ambitionierte Talente, starke Partner
Viele der BSV-Talente starten gemeinsam mit ihren Trainern gleich nach der Einkleidung zu diversen Herbstferien-Lehrgängen. Einige der Alpinen zum Weltcupauftakt ihrer großen Vorbilder nach Sölden samt anschließendem Training, die Biathleten beispielsweise nach Oberhof oder nach Ruhpolding. Sie alle holen sich dort den letzten Schliff für den neuen Sportwinter 2014/2015. Doch zuvor wird in Eching noch fleißig ausgepackt, anprobiert, umgetauscht, in neuem Outfit posiert und professionell fotografiert. 

„Das ist eine ganz coole Sache hier. Das Design der neuen Teile schaut echt gut aus“, meinen die Alpinen Carlo Dorn (SC Garmisch) und Luca Lebert (TSV Neuried), der im letzten Winter Deutscher Schülermeister im Super G wurde. Sie beide wollen in dieser Saison als Jugendliche den Sprung in den C/D-Kader schaffen, für beide ist es die erste Einkleidung. Für Nina Slivensky (WSV Kiefersfelden) ist es fast schon Routine. Die junge Biathletin ist bereits zum fünften Mal dabei und findet in diesem Jahr den neuen Langlaufanzug von Craft extrem gut: „Der ist mal etwas anderes, die Farben sind echt klasse!“ Florian Knopf, Langläufer vom SLV Bernau, hat es dagegen gerne warm und deshalb die neue Daunenjacke von Ziener zu seinem Lieblingsteil erkoren. Schwer bepackt verlassen sie das Gelände, Wintersportler brauchen jede Menge an Ausrüstung. Ohne Sponsoren, die die jungen Leistungssportler hier unterstützen, läuft deshalb so gut wie nichts. Craft und Ziener gehören schon seit Jahren zu den Premiumpartnern des BSV. Weitere Premiumpartner sind das Bayernwerk sowie seit einem Jahr Audi. Die Commerzbank mit Alfred Gröschl, Mitglied der Geschäftsführung Bayern Süd der Commerzbank, war heuer zum ersten Mal dabei. Auf die Frage, warum die Bank die jungen Wintersportler unterstützt, antwortet er: „Wir wollen den Sport in Bayern fördern. Zu Bayern gehören die Berge und zu den Bergen gehört der Skisport." Petra Rapp


Donnerstag, 16. Oktober 2014

Auftakt im Weiß - Gletscherskigebiete locken mit vielen Events und Neuerungen in den Schnee

Foto: Tirol Werbung/Christoph Schoech
Es juckt Sie schon gewaltig in den Beinen? Kein Wunder, nachdem der letzte Winter hierzulande seinem Namen alles andere als Ehre gemacht hat. Ski- und Snowboardfans, die deshalb nicht länger auf den Brettlspaß warten wollen, finden auf den nahen Gletschern gute Bedingungen und jede Menge Veranstaltungen zum Saisonstart.

Unsere Redaktion sagt Ihnen, wo was geboten ist.




Kaunertal (1.273 bis 3.108 Meter): Neuer Skitunnel 
Die Kaunertaler Gletscherbahnen haben einen neuen Skitunnel angelegt. Dieser neue „Wiesejaggl-Tunnel“ ermöglicht geübteren Skifahrern nun, auf der schwarzen Piste Nr. 6 von der Bergstation der Karlesjochbahn auf 3.108 Metern bis hinunter zur Talstation der Ochsenalmbahn auf 2.150 Meter durchzufahren. Als nächstes Event wartet im Gletscherherbst die „Goodboards + Goodski Tour“ vom 15. bis 16. November. www.kaunertal.com

Foto:Tirol Werbung/Daniel Zangerl

Pitztal (1.640 bis 3.440 Meter): Freeride-Camps
Nirgendwo sonst in Österreich kommt man mit einer Bahn höher als hier. Von der Panoramaterrasse des „Café 3.440“ blickt man auf die 3.774 Meter hohe Wildspitze und mehr als 50 weitere Dreitausender. Beim Gletscherfest am 18. und 19. Oktober - mit Skitests auf einer Riesenslalomstrecke, Snowboardtests, Schnupperkursen für Ski Cross Einsteiger, Freerider Sicherheits-Workshops, Barbecue u.a. - wird der Wintereinstieg gefeiert. Die „Goodboards + Goodski Tour“ macht am 29. und 30. November und am 6. und 7. Dezember hier Halt. In neuen Freeride- und Free-Touring Camps lernen Tiefschneefreaks ab dem 23. Januar 2015 die besten und sichersten Abfahrten am Pitztaler Gletscher kennen. Video-Workshops, Abfahrten mit Freeride-Pro Felix Wiemers und Fahrtechnik-Tipps für winterliche Straßen ergänzen das Programm der Camps. www.pitztal.com

Sölden (1.350 bis 3.340 Meter): Neuer Adrenalincup
Vom 24. bis 26. Oktober startet der FIS Skiweltcup in Sölden in seine Saison. Das Winterskigebiet eröffnet zum 14. November. Weiter geht es mit dem Electric Mountain Festival Opening am Giggijoch am 22. November mit Auftritten von Top-DJs. Neu: der Adrenalincup, bei dem jeder mitmachen kann. Den Adrenalin-Pass dazu gibt es an den Kassen zu kaufen. Es warten zehn Disziplinen von Riesenslalom, Slalom, Speedstrecke und Freeriden über Buckelpiste, Carving und Skiflug bis zur BIG3 Fotosafari, Winterwandern und Mix Race. Wer möchte, kann die Disziplinen mehrfach absolvieren. Alles wird elektronisch gemessen und ausgewertet. Eine neue Bahn gibt es auch: der Wasserkar-Lift wird durch eine 6-er Sesselbahn ersetzt. www.soelden.com


Stubai (1.000 bis 3.210 Meter): Neue Eisgrotte 

Foto:Tirol Werbung/A. Schönherr
Auf knapp 3.000 Metern, nahe der Bergstation Eisgrat, wurde in Zusammenarbeit mit Glaziologen der Universität Innsbruck 30 Meter unterhalb der Skipiste eine neue Eishöhle angelegt, in der man nun alles über die Entstehung der Gletscher lernen kann. Die Snowboarder starten vom 17. bis 19. Oktober mit der Moreboards Stubai Premiere in die Snowpark-Saison. Weiter geht es dann mit dem SportScheck Gletscher Testival vom 6. bis 9. November und dem SAAC Camp am 15. und 16. November. www.gletscherbahn.at

Hintertuxer Gletscher (1.500 bis 3.250 Meter): Mehr Komfort 
Der 4er-Sessellift Tuxerjoch hat jetzt eine Sitzheizung installiert. Außerdem wurde der Weg von der Sommerbergalm zu den Liften am Tuxer Joch geebnet und eine überdachte Rolltreppe führt zum Einstieg der Lifte im Winterskigebiet. Im Oktober finden noch das Youngblood Camp (18. und 19. 10.) und die Välley Rälley (22. und 23. 10.). Am 22. und 23. November ist die „Goodboards + Goodski Tour“ auf dem Hintertuxer Gletscher zu Gast und vom 27. bis 30. November das FIS Skiweltcup Opening der Telemarker. www.hintertux.at

Foto: Kitzsteinhorn.at

Kitzsteinhorn (2.000 bis 3.029 Meter): Skitourengeher willkommen
Zum Start am Kitzsteinhorn wartet am 25. und 26. Oktober das Kitzsteinhorn Season Blast im Snowpark. Der große Saisonauftakt erfolgt gleich darauf vom 7. bis zum 9. November mit der Premiere des WOW Glacier Love Festivals. Viel Musik, heiße Events und spektakuläre Contests im Schnee stehen auf dem Programm. Skitourengeher sind am Kitzsteinhorn ebenso schon im Herbst willkommen: Ihnen stehen mit der „Schneekönigin“ und dem „Eisbrecher“ zwei Routen zur Wahl. Ab Januar lockt das extravagante ICE CAMP. Weitere hochkarätige Veranstaltungen folgen, darunter der Tourenskiwettbewerb „Kitzsteinhorn Schneekönig“ und der X OVER Ride Freeride World Qualifier***. www.kitzsteinhorn.at

Zugspitze (2000 bis 2700 Meter): Erweiterter Rodelspaß
Ab dem 29. November 2014 soll es – so Frau Holle mitspielt - auf der Zugspitze richtig losgehen. 20 Pistenkilometer und neun Liftanlagen warten auf dem Zugspitzplatt. Auf Deutschlands höchstgelegenem Gletscher können Winterfans aber auch Rodelspaß genießen. Dank der deutlichen Erweiterung des bisherigen Rodelangebots und bequemer Aufstiegshilfe durch zwei Sesselbahnen sind dem Spaß keine Grenzen gesetzt: Auf dem Rodelhang Schneefernerkopf, auf der Rodelbahn Sonnenkar hinunter ins Weiße Tal sowie auf der Rodelbahn Wetterwandeck macht man Höhenmeter ganz flott im Sitzen. www.zugspitze.de
Petra Rapp