Donnerstag, 27. August 2015

Skicross: Simon Stickl mag nicht mehr

Simon Stickl, Foto DSV
Er war der erste deutsche Weltcup-Sieger im Skicross, jetzt hat Simon Stickl (SC Bad Wiessee) doch etwas überraschend das Ende seiner Karriere bekannt gegeben. Der 27jährige in einem Beitrag im Münchner Merkur: „Noch bin ich gesund, aber es kann immer was passieren. Beim Skicross muss man bereit sein, alles zu riskieren. Und das bin ich nicht mehr. Dieses Harakiri will ich nicht mehr." 

Seit einigen Jahren kämpfte der Bad Wiesseer zunehmend mit Rückenproblemen. Die Möglichkeit, eine Ausbildung zum Koch anzufangen, gab für ihn jetzt den Ausschlag, seine aktive Karriere zu beenden. 

Seine sportliche Laufbahn begann Simon Stickl als alpiner Skirennfahrer. Nachdem er im Alter von 16 Jahren den Sprung in die Nationalmannschaft schaffte, bestritt er vor allem Slalom- und Riesenslalomrennen auf FIS-Ebene. Nach einem Schienbeinbruch 2004 wechselte Simon von der Disziplin Alpin zum Ski Cross. "Diese spannende und damals noch junge Disziplin hat mich sofort fasziniert."Der ehemalige alpine Rennfahrer wechselte 2004 zum Ski-Cross und trug sich als erster Deutscher Weltcupsieger in dieser Disziplin in die Geschichtsbücher ein. In seiner zehnjährigen Weltcup-Karriere war der Sportsoldat aus Bad Wiessee sowohl Mitglied der Nationalmannschaft Alpin als auch der Nationalmannschaft Ski-Cross.

Im Laufe seiner Karriere im Ski Cross errang Simon 18 Top-Ten-Platzierungen im Weltcup. Geschichte schrieb er mit dem ersten Sieg eines deutschen Ski-Crossers im Winter 2010 im österreichischen St. Johann. Bei der olympischen Ski-Cross-Premiere in Vancouver ging Simon Stickl mit der Startnummer eins ins Rennen. Neben Olympischen Spiele bestritt der Sportsoldat auch vier Weltmeisterschaften. Bei den Deutschen Meisterschaften konnte er drei Meistertitel erringen.

Dem Sport möchte Simon Stickl nach Beendigung seiner Karriere weiter treu bleiben. "Ich möchte auch weiterhin viel Sport treiben. Zunächst freue ich mich aber auf meine Ausbildung zum Koch." DSV-Sportdirektor Wolfgang Maier: "Mit Simon Stickl beendet ein hervorragender Rennfahrer seine Karriere. Simon hat sich im internationalen Spitzenbereich des Ski-Cross etabliert und tolle Erfolge für den Deutschen Skiverband eingefahren. Wir respektieren und bedauern seine Entscheidung und wünschen Simon für die Zukunft alles Gute!"  Petra Rapp

Sieg im Teamsprint - Kombinierer Jakob Lange holt sich zusammen mit Johannes Rydzek deutschen Meistertitel

Rydzek und Lange ganz oben, Foto SC Oberstdorf
In Oberstdorf fanden im August die diesjährigen Deutschen Meisterschaften in der Nordischen Kombination statt. Als einziger heimischer Vertreter war der 20jährige Flintsbacher Jakob Lange am Start. Der aktuelle Juniorenvizeweltmeister, der sich bereits fünf nationale Meistertitel im Nachwuchsbereich sichern konnte, tritt nun seine erste Saison im Seniorenbereich an. In Oberstdorf ging Lange im Teamsprint über 8x2 Kilometer zusammen mit Johannes Rydzek, dem Doppelweltmeister des vergangenen Winters, im Team BSV 1 für den Bayerischen Skiverband als Titelverteidiger an den Start. Die größten Titelkonkurrenten waren die Teams Sachsen 1 mit Olympiasieger Eric Frenzel sowie dem vielfachen Medaillengewinner Björn Kircheisen und das Schwarzwälder Team mit den Team-Spezialisten Fabian Riessle und Manuel Faisst. 

Der Sprungwettbewerb wurde in der Erdinger Arena durchgeführt, für den Laufwettbewerb wechselte man ins Langlaufstadion nach Ried. Jakob Lange konnte mit einem guten 90,5m-Sprung und Telemarklandung den Grundstein zu einer guten Ausgangsposition legen. Johannes Rydzek toppte diese Leistung mit einem 97m-Sprung. Damit rangierte das bayerische Duo mit 33 Sekunden Rückstand auf das Team Thüringen 1 mit Edelmann/Blaurock auf einem guten 4. Platz. Der Rückstand auf die stärksten Konkurrenten Frenzel/Kircheisen aus Sachsen betrug allerdings nur vier Sekunden.

Beim Rennen musste jeder Starter im Wechsel 4 x 2 Kilometer über die Sprintdistanz. Während Jakob Lange versuchen musste, Zeit zu den vorne platzierten Teams zuzulaufen und unbedingt den Kontakt zu Björn Kircheisen, einem der weltbesten Skiroller-Läufer, bis zum letzten Wechsel zu halten, so war es die Aufgabe von Johannes Rydzek, auf der Schlussrunde alles klar zu machen. Diese Renntaktik der beiden ging auf. Bereits nach dem zweiten Wechsel konnten Lange/Rydzek die Lücke nach vorne schließen. Im Kampf um den Sieg gegen das Team Sachsen 1 zog Johannes Rydzek auf der letzten Runde beherzt an und sicherte mit sechs Sekunden Vorsprung auf Olympiasieger Eric Frenzel den deutschen Meistertitel für das bayerische Duo. Überraschend auf Platz 3 das Team BSV 2 mit Routinier Wolfgang Bösl sowie dem jungen Vinzenz Geiger: Das 18jährige Nachwuchstalent des SC Oberstdorf konnte im Zielsprint die arrivierten Weltcup-Starter Manuel Faisst und Tino Edelmann knapp um ein paar Zehntel bezwingen.

Mit diesem erneuten Titel im Teamsprint konnte Jakob Lange vor seiner jetzt dritten Weltcupsaison schon einmal viel Selbstvertrauen tanken. Der Flintsbacher ist nach Abschluss seines Abiturs am Skigymnasium in Berchtesgaden im Sommer ins Allgäu umgezogen. Dort hat er am Stützpunkt Oberstdorf perfekte Trainingsbedingungen und trainiert unter Anleitung des Sprung-Bundestrainers Kai Bracht täglich mit Doppelweltmeister Johannes Rydzek. Das erfolgreiche bayerische Kombinierer-Duo wurde zudem aktuell ins Deutsche Zoll-Ski-Team aufgenommen, um sich unter Profi-Bedingungen auf die anstehenden Großereignisse vorbereiten zu können. Nächstes Wettkampfziel der beiden ist die Sommerweltcupserie mit Wettbewerben in Oberwiesenthal, Schruns (Österreich), Oberstdorf und Sotchi (Russland). Petra Rapp

Weiterführende Links: FISDeutscher SkiverbandBayerischer Skiverband

Freitag, 22. Mai 2015

Starke Leistungen auf vielen Ebenen - Sportlerehrung des Skiverbands Inngau

Einige von ihnen haben schon viel gesehen auf dieser Welt, viel erlebt und enorm viel erreicht und doch merkte man ihnen an, dass dies für sie alles andere als ein lästiger Pflichttermin war. Sie sind gerne gekommen nach Rosenheim, zurück zu ihren sportlichen Wurzeln, zu lange nicht gesehenen Freunden, die sich bei der diesjährigen Sportlerehrung des SV Inngau trafen. Diese fand am Freitagabend in lässigem Ambiente in der Kaffeerösterei Dinzler statt und wurde von Sportreporter Axel Müller, selbst in Kiefersfelden groß geworden, mit viel Herzblut moderiert. 

Mit dabei waren die Skispringer mit Team-Olympiasieger Marinus Kraus (WSV Oberaudorf), Pius Paschke (WSV Kiefersfelden) und dem zweifachen Deutschen Jugendmeister Fabian Seidl (SC Auerbach), die erfolgreichen Biathletinnen mit der zweifachen WM-Medaillengewinnerin Franziska Preuß (SC Haag), Anna Weidel und Nina Slivensky (beide WSV Kiefersfelden), die Skicrosser Paul Eckert vom WSV Samerberg (WM-Vierter und Vierter im Gesamtweltcup), Rupert Nagl (WSV Kiefersfelden) und Valentin Egger (SC Bad Aibling), der Nordische Kombinierer und dreifache JWM-Medaillengewinner Jakob Lange (WSV Kiefersfelden) sowie die Freestyler Anna-Maria Wocher (SC Prien), Arved Loth (SC Frasdorf) sowie Snowboarder Christian Hupfauer (SC Aising-Pang), dessen ebenfalls erfolgreicher Vereinskollege Stefan Baumeister ebenso wie Alpin-Masters-Fahrerin Marianne Hoffmann (SV DJK Heufeld) nicht bei der Ehrung dabei sein konnte.

Christian Egger, Vorstand des SV Inngau, freute sich sehr, dass der doch relativ kleine Verband im Bayerischen Skiverband in so vielen Disziplinen so erfolgreich ist, überreichte den Sportlern/innen ein Erinnerungsgeschenk und dankte den Vereinen mit seinen vielen Ehrenamtlichen sowie den Sponsoren für ihre unermüdliche Unterstützung. Petra Rapp

Hier einige Impressionen: 



 




Alle Bilder von der Sportlerehrung gibt es hier: Link

Dienstag, 7. April 2015

Auf Tour: Ostertouren Vogelsang (1563m), Großer Traithen (1852m), Bayerische Voralpen

Frau Holle hat sich zum Ende der Saison noch einmal so richtig ausgetobt und die Berge in fettes Weiß versetzt. Wann hat man zu Ostern schon so viel frischen Pulver in den Voralpen gehabt? Da lohnte sich am Ostersonntag auch nachmittags noch eine kleine Ostereier-Verdauungstour hinauf zum Vogelsang (1563m) via Waldkopf und Mittleres Sudelfeld, wo sich zwischen dichten Wolken immer mal wieder ein Fenster mit Ausblick wie hier auf den gegenüberliegenden Wendelstein auftat. 

Die Skitour hinauf zum Großen Traithen (1852m, 900hm) am Ostermontag gestaltete sich dagegen als echtes Winterabenteuer. 

Tiefster Winter auch an der Rosengasse. Die Steilpassagen hinauf waren ziemlich kräftezehrend, weil die Spur sehr glatt war. Bis hinauf zum Steilner Joch war die Sicht noch relativ gut, ab und zu schimmerte der runde Planet durch die Wolken und ließ hoffen. Doch der Blick hinüber zum Gipfel versprach nichts Gutes: Dicht verhüllt das Gipfelkreuz und dahinter eine ziemlich schwarze Wand. Wir wagten uns auf den langen, schmalen Grat hinüber, der mit hohen Schneewächten eingeblasen war. Starker, eisiger Wind pfiff uns um die Ohren. Ein leicht mulmiges Gefühl kam auf, als es immer mehr zu machte und wir außer uns bald nichts mehr sahen. Nur nicht die Spur verlieren... Endlich erreichten wir das Gipfelkreuz, wo sich ein paar Männer tummelten und sich auf die Nordwestabfahrt wagten. Uns war das zu heikel und wir stapften den langen Gipfelgrat wieder zurück, was bei den Entgegenkommenden etwas Verwunderung hervorrief. Die Abfahrt dann hinunter vom Steilner Joch durch den Latschenhang offerierte sogar ein paar schöne Schwünge, unten im Kessel mussten wir wieder auffellen und hinauf zur Einfahrt in den Stopselzieher gehen, der die einzige sichere Variante an diesem Tag hinunter war. Mit viel Schnee, aber leider teilweise im Blindflug. Petra Rapp (Text und Fotos)