Donnerstag, 23. März 2017

Versöhnliches Weltcup-Finale für Kombinierer Jakob Lange

Jakob Lange, Foto Romina Eggert
Es war eine lange, kräftezehrende Saison für Jakob Lange. Er wirkt müde und auch nicht ganz zufrieden. Müde darf man auch sein nach 23 Weltcuprennen, die von Ende November 2016 bis zum Weltcup-Finale Mitte März in Schonach rund um den Globus für den 21jährigen vom WSV Kiefersfelden auf dem Programm standen. In einer Wintersportdisziplin, die wohl mit zu den anspruchsvollsten gehört. 

Das Finale am Sonntag in Schonach war bereits das fünfzigste Weltcuprennen in der eigentlich noch jungen Karriere des Nordischen Kombinierers, in dem er gefinisht hat. Der Flintsbacher zählt zu den hoffnungsvollsten Talenten im so extrem starken DSV-Team um den fünffachen Weltcupgesamtsieger Eric Frenzel und den inzwischen sechsfachen Weltmeister Johannes Rydzeck. Mit Rang 4 in Sapporo (Japan), Rang 6 im Teamsprint im italienischen Val di Fiemme und Rang 17 im dortigen Einzelwettbewerb, Rang 13 und 18 in PyeongChang (Korea) und Rang 16 beim letzten Rennen in Schonach zeigte der extrem laufstarke Inngauer, dass er in seiner Comeback-Saison nach seiner schweren Knieverletzung (wir berichteten) wieder auf einem sehr guten Weg zurück ist. 

Jakob Lange, Foto Romina Eggert
Aber Jakob Lange hat hohe Ansprüche an sich und ist deshalb mit Rang 31 im Gesamtweltcup nicht zufrieden. Die zehntbeste Laufzeit insgesamt am Sonntag und damit zweitschnellster DSV-Kombinierer, am Ende Rang 16, das hat dann zwar „schon wieder gepasst“, sagt er, „aber die Konstanz über die gesamte Saison und vor allem die letzten Wettkämpfe vor Schonach waren nicht wirklich befriedigend für mich. Nach der langen WM-Pause war es schwierig. Ich habe ständig gekränkelt und wir hatten in Oslo und Trondheim auch einige Materialprobleme auch beim Laufen, so dass ich hier nicht mehr viel rausholen konnte.“ Unter zwei Minuten Rückstand auf einer langen, schwierigen Laufstrecke, da kann er sich schon noch nach vorne laufen, weiß er. „Aber wenn du ständig hinterherspringst und immer wieder über das Limit gehen musst beim Laufen, wird es halt irgendwann schwierig.“ Am Samstag in Schonach hatte er dann auch noch Pech und musste bei sehr schlechten Verhältnissen springen, so dass er wie einige andere DSV-Athleten ganz auf einen Start in der Loipe verzichten haben, um Kraft für den Sonntag zu sparen.

Es hat sich ausgezahlt, aber er weiß, dass er sich im Springen unbedingt verbessern muss, um weiter nach vorne zu kommen. „Das Springen war insgesamt schon sehr enttäuschend. Ich hatte im Sommer und im Herbst sehr gute Ergebnisse im Training. Das hat Hoffnung gemacht. Es waren auch in der Saison immer wieder gute Sprünge dabei, aber leider nicht konstant. Das Gute, was ich mir Sommer im Springen erarbeitet habe, konnte ich im Winter nicht zeigen. Warum, müssen wir jetzt eruieren und versuchen, zu verbessern“, so Lange. 

Jetzt muss Jakob Lange wie Skicrosser Paul Eckert, mit dem er zusammen studiert, erst einmal ein paar Prüfungen an der Universität nachholen. Danach will er ein bisschen Golf spielen, auf andere Gedanken kommen und sich einfach nur erholen. Im April geht es dann wieder los mit leichtem Konditionstraining, im Mai dann mit dem ersten Sprunglehrgang, der ihn hoffentlich weiterbringt. In eine neue Saison, in der er dann hoffentlich gesund bleibt und sein großes Potenzial auch über die ganze Saison zeigen kann. Petra Rapp

Mittwoch, 22. März 2017

„Es war nicht mein Tag“ - Samerberger Skicrosser Paul Eckert belegt bei der WM Rang 23

Paul Eckert, Foto Gepa Pictures
Skicross ist ein spannender, faszinierender Sport. Zu viert in einem Heat, Mann gegen Mann oder Frau gegen Frau. Nur die besten Zwei kommen weiter. Skicross ist aber auch ein sehr anspruchsvoller, fordernder und nicht ganz ungefährlicher Sport. Neben feinster Skitechnik und gutem Material ist auch Durchsetzungsvermögen gefragt und Stürze gehören einfach immer mal wieder mit dazu. Paul Eckert vom WSV Samerberg hat es in dieser Saison beim Weltcup-Rennen im Montafon ziemlich heftig erwischt. Ein spektakulärer Sturz kurz mit spürbaren Folgen bis zu den Freestyle-Weltmeisterschaften in der spanischen Sierra Nevada, wo am 18. März das Skicross-Rennen stattfand. 

„Die ersten Rennen haben eigentlich gut angefangen. Ich bin passabel gefahren und hatte ein gutes Gefühl. Mit Rang 11 und 12 in Val Thorens (Frankreich) war ich sehr zufrieden. Ich wollte in dieser Saison eine konstant gute Leistung bringen, mich von Rennen zu Rennen steigern, um dann natürlich schon einmal auf dem Podium zu stehen“, sagt der 26jährige. Doch dann kam Mitte Dezember das Rennen im Montafon. „Dort habe ich mir einen Wirbel gebrochen. Das hat mich doch mehr geschlaucht, als ich mir eingestehen wollte.“ Er fuhr trotzdem weiter, auch aus Angst, sonst komplett den Rhythmus und die Form zu verlieren und „‘raus zu sein“. In Innichen wurde er sogar Achter, doch mit permanenten Schmerzen fährt es sich einfach nicht gut. „Auch, wenn man es persönlich nicht will, schraubt der Körper einen Gang zurück und es geht nicht mehr so leicht.“ Auf den Wirbelbruch folgten bei Paul Eckert alt bekannte Bandscheibenprobleme, so dass er beim Heimweltcup am Feldberg dann doch pausieren musste, um eventuell für die WM wieder richtig fit zu werden. Die ersten Rennen in Schweden nach der Verletzungspause liefen dann erst einmal gar nicht. Eckert konnte sich dort nicht für die Finalheats qualifizieren. Dann in Russland mit Rang Acht das zweite Top-Ten-Resultat, beim letzten Formtest beim Weltcup in Kanada vor der WM wieder Rang 19. Ein ständiges Auf und Ab, auch für die Psyche.

Foto: Gepa Pictures
Die WM-Strecke in der Sierra Nevada erwies sich als kein sonderlich gutes Pflaster für Paul Eckert wie auch den Rest des DSV-Teams. Eckert, bei der WM in Kreischberg im Vorjahr ebenso auf Rang Vier wie seine in dieser Saison verletzte DSV Kollegin Julia Eichinger (SV Neureichenau), ist schon beim Qualifikationsrennen am vergangenen Samstagvormittag mit Rang 29 gerade noch in die Finalheats gerutscht. Dort war dann im Achtelfinale aber bereits Schluss für den Samerberger, für den es am Ende nur zu Rang 23 reichte. „Ich habe mir mehr erhofft, konnte aber mein Potential nicht abrufen und bin nicht richtig ins Fahren gekommen. Es war einfach nicht mein Tag. Ich habe zu viele kleine Fehler gemacht, die sich in Summe dann bemerkbar machen. Nicht nur für mich, sondern für das ganze Team ist es nicht so gelaufen. Wir haben uns schon sehr eine Medaille gewünscht. Dass wir am Ende wieder mit einem vierten Platz (Heidi Zacher, SC Lenggries bei den Frauen) zufrieden sein müssen, ist schon irgendwie bitter“. In der Weltcupgesamtwertung belegt Paul Eckert hinter dem bei der WM verletzten Tim Hronek (SV Unterwössen, Rang 14) und Daniel Bohnacker (SC Gerhausen, Rang 18) als drittbester DSV-Athlet Rang 26. 

Jetzt heißt es für den Samerberger erst einmal Abstand finden, den lädierten Rücken auskurieren und neue Kräfte und Motivation sammeln für die kommende Olympiasaison. Bevor es aber in den wohlverdienten Urlaub geht, muss er noch einige Prüfungen an der Uni nachholen, die er Weltcup bedingt versäumt hat. Petra Rapp

Mittwoch, 15. Februar 2017

Start des "THULE FreerideTestivals 2017" in Saalbach

Foto Mirja Geh
Am kommenden Wochenende, 18. und 19. Februar 2017, startet das "THULE FreerideTestival 2017 presented by BMW xDrive" in Saalbach in Saalbach im Salzburger Land. Mehr als 30 Marken bieten ihre neuesten Produkte zum kostenlosen Test an, gleichzeitig wird ein umfangreiches Rahmenprogramm für Freerider jeden Levels angeboten.

Mehr Tourstopps, mehr Aussteller, mehr Programm – das FreerideTestival geht diesen Winter bereits in seine vierte Saison. Beim ersten Tourstopp am 18. und 19. Februar in Saalbach präsentieren rund 35 Marken das neueste Freeride-Equipment an der Talstation der Reiterkogelbahn zum kostenlosen Test. Eine Anmeldung dafür ist nicht notwendig, einfach vorbeikommen, einen Ausweis oder Führerschein als Pfand hinterlegen und das Material sofort ausprobieren.

Frischer Powder ist zwar derzeit nicht angesagt, aber die Schneelage gut, so dass das weitläufige und abwechslungsreiche Gebiet des Skicircus Saalbach Hinterglemm Leogang Fieberbrunn dann auch eine schöne Kulisse bieten wird, um das Equipment auf Herz und Nieren zu testen. Durch den Zusammenschluss mit dem Tiroler Skigebiet Fieberbrunn ist hier eines der größten und vielseitigsten Skigebiete der Alpen entstanden - und das Areal hat sich zum absoluten Freeride-Hotspot der Szene entwickelt. Der Skicircus bietet dabei sowohl für Einsteiger, als auch für Freeride-Pros das passende Angebot und ist dazu auch noch von allen Seiten aus schnell zu erreichen.

Ein umfangreiches Rahmenprogramm rundet die Veranstaltung ab. Wer noch nicht so viel Erfahrung beim Freeriden abseits der Piste hat, für den sind die Freeride-Kurse und die geführten Freeride-Touren mit der Freeride-Skischool Saalbach der ideale Einstieg. Auch die kostenfreien „Lawinen-Quickies“ des SAAC richten sich inbesondere an Einsteiger, vermitteln sie doch in rund 2,5 Stunden Basiswissen zu Lawinen und anderen alpinen Gefahren. Ebenfalls im Mittelpunkt steht das Thema Sicherheit beim „Safety Pro“-Workshop von SnowHow und Guidefinder. Und beim exklusiven Ladies-Freeride-Special in Saalbach können die Mädels gemeinsam mit Local Sabine Schipflinger die besten Spots im Gebiet erkunden. Achtung: Bei allen Programmpunkten stehen noch einige Plätze zur Verfügung, die spontan direkt vor Ort gebucht werden können.

Foto Andreas Figl
Auch die internationalen Freeride-Athleten der beiden Marken werden vor Ort sein. Gemeinsam mit den Profis können die Teilnehmer ein paar Runden drehen und dabei mit Sicherheit den ein oder anderen Experten-Tipp mitnehmen. Anschließend kann man beim gemütlichen Get-Together in der THULE Lounge den Tag mit Musik, Drinks und Gesprächen mit den Pro-Fahrern Revue passieren lassen.

Weitere Highlights im Rahmen des FreerideTestivals sind die "THULE Challenge by iSki X", bei der es Sachpreise im Wert von insgesamt über 3.000 Euro zu gewinnen gibt. Und der gratis BMW xDrive-Shuttle bringt die Freerider ganz bequem vom Ende der besten Freeride-Abfahrten bequem und sicher zurück zum Lift. Tipp: Reserviere Dir Deinen BMW-Stocknagel, die Eintrittskarte für den xDrive-Shuttle, schon jetzt gratis im Internet unter www.bmw-mountains.com/freeride-testival.

Warth-Schröcken und Kaunertal nächste Stationen

Im Anschluss an die Auftaktveranstaltung in Saalbach findet die Veranstaltungsreihe am 11. und 12. März in Warth-Schröcken am Arlberg und am 25. und 26. März am Kaunertaler Gletscher seine Fortsetzung. Weitere Informationen auf www.freeride-testival.com oder unter https://www.facebook.com/FreerideTestival/

Montag, 13. Februar 2017

Top-Leistung in Sapporo - Kombinierer Jakob Lange wird ausgezeichneter Vierter beim Weltcup in Japan

Jakob Lange, Foto Romina Eggert
Toller Erfolg für den Inngauer Jakob Lange (Jahrgang 1995): Der Flintsbacher, der für den ASV Kiefersfelden startet und bereits in der Vorwoche im südkoreanischen PeyongChang mit den Plätzen 18. und 13. im Weltcup aufhorchen ließ, erzielte mit Rang vier in Sapporo/Japan sein bisher bestes Weltcupergebnis.

Zwar fehlten in Sapporo einige der Top-Athleten, die die Zeit vor der in Kürze beginnenden Nordischen Ski-WM im finnischen Lahti (22.2-5.3.2017) noch zur Regeneration nutzten, dennoch war das Feld mit 44 Startern aus elf Nationen stark besetzt. Österreich und Norwegen hielten dort zudem ihre letzten WM-Ausscheidungsrennen ab, was zusätzliche Spannung verhieß. Die Weltcupbewerbe wurden auf den Olympiaanlagen von Sapporo und der dortigen Schanze mit einem K-Punkt von 130 m ausgetragen. Der extrem laufstarke Kombinierer kam in Japan vom ersten Sprung an gut mit den Wettkampfanlagen zurecht. Und diesmal passte es auch im Wettkampf: Top-Speed in der Anlaufspur, etwas Aufwind und ein technisch sauberer und pünktlicher Absprung am Schanzentisch brachten Jakob Lange auf 128 Meter mit sicherer Telemark-Landung. Er erhielt dafür Noten zwischen 18,0 und 18,5 und platzierte sich auf dem sehr starken 14. Rang nach dem Sprungwettkampf. Für den Inngauer die bisher beste Ausganslage vor einem Weltcuplauf seit seinem Comeback nach seiner Knie-Operation.

Foto: Romina Eggert
Auf der sehr selektiven Laufstrecke mit zwei anspruchsvollen Anstiegen ging er mit folgender Taktik an den Start: schnell anlaufen, bis zu Kilometer 2,5 die direkt um ihn herum gestarteten Läufer überholen und darauf warten, dass der einige Sekunden hinter ihm gestartete, starke norwegische Olympiasieger Miko Kokslien, aufläuft. Eine erfolgreiche Taktik, wie sich zeigen sollte. Lange arbeitete sich bis zum Zusammenschluss mit Kokslien nach 2,5 km bereits auf den 10. Platz nach vorne, eine gemeinsame Aufholjagd begann.

Das Duo Lange/Kokslien hatte zu diesem Zeitpunkt noch 1:06 Minuten Rückstand auf das Podest. Sie arbeiteten sich gemeinsam nach vorne und verkürzten den Abstand bis Kilometer 5 bereits auf nur noch 20 Sekunden. Nun ging es in einer 10-Mann starken Gruppe und taktischen Spielchen weiter. Bis Kilometer 8,8 platzte ein Läufer nach dem anderen aus dieser Gruppe heraus. Auf dem letzten Kilometer kam es zu einer Rally mit nochmaliger Tempoverschärfung und einem Zweikampf zwischen dem Norweger und Lange, den Kokslien erst auf der Zielgeraden mit zwei Sekunden Vorsprung für sich entschied und so noch als Dritter hinter Sieger Björn Kircheisen (WSV Johanngeorgenstadt) und dem Japaner Akito Watabe auf das Weltcup-Podium stürmte. Jakob Lange war jedoch auch mit dem vierten Platz, den er mit drittbester Laufzeit im Gesamtklassement erkämpfte, und den dabei erzielten 50 Weltcuppunkten mehr als glücklich.

Beim zweiten Wettbewerb in Sapporo am Tag darauf musste Lange dann doch dem Vortag kräftemäßig Tribut zollen. Nach dem Springen diesmal nur auf Rang 32, konnte er dennoch auf Rang 22 vorlaufen. Mittlerweile ist Jakob Lange wieder zuhause im Inntal angekommen. Hier ist erst einmal Ruhe und Regeneration angesagt, um dann wieder nach der WM, wo Lange nicht dabei sein wird, mit neuem Schwung voraussichtlich zu den noch ausstehenden Weltcuprennen in Richtung Trondheim und Oslo zu starten. Petra Rapp