Samstag, 28. März 2015

Auf Tour: Großglockner (3798 m), Osttirol

Ja, das musste einfach mal sein: den Nachbarn auf's Dach steigen. Zugegeben, leicht war's nicht. Schließlich sollte es nicht irgendeins sein, sondern ihr höchstes: der Großglockner (3798 m) in Osttirol. Der zeigte sich aber anfangs ziemlich zickig. 

Mieses Wetter schon beim Aufstieg auf die schöne, bestens bewirtschaftete Stüdlhütte (2803 m). Dann am Freitag, wo wir um 6 Uhr morgens zum ersten Gipfelsturm ansetzen, pfeift uns selbiger mit bis zu 100 Stundenkilometern gewaltig um die Ohren, dazu minus 13 Grad und kaum Sicht. Abbruch nach einer Stunde Aufstieg. Einfach so wieder von dannen ziehen, obwohl die Wetterprognose für den Samstag zumindest Sonne und gute Sicht verspricht? Wir organisieren ein bisschen um und verlängern, zumal unser Bergführer Toni Riepler (www.bergfuehrer-kals.at) nochmal mit zwei neuen Gästen raufkommt und wir uns anschließen können. Toni (40) kommt aus Unterpeischlach, einem Ortsteil von Kals, der sich durch die höchste Bergführerdichte eines Ortes überhaupt auszeichnet (sprich zehn Häuser mit neun Bergführern) und lebt seinen Job mit einer Leidenschaft und Ruhe, die seinesgleichen sucht. Nur wenige waren so oft wie er am Großglockner. Beruhigend.



Der amerikanische Alpinist Steve House hängt auch in der Stüdlhütte rum, am Abend kommen auch noch Bergsteigerlegende Peter Habeler und einige Bergführerkoriphäen - der Berg zieht an. Und der Wind bläst nach kurzer Pause am Nachmittag wieder weiter. Es stürmt und tobt die ganze Nacht und am Samstagmorgen ein ähnlich trister Blick hinaus ins weiße Nichts. Na wunderbar! Wir brechen trotzdem auf, jetzt zu Viert samt Toni, der seine ganze Glocknererfahrung, die er sich in den unzähligen Besteigungen angeeignet hat, geschickt einsetzt. Mit einer eigenen Spur lässt er die vor uns gestarteten Gipfelstürmer im letzten Anstieg mit Ski stehen. Wir wechseln so als erstes Team in die Steigeisen und gehen den langen, zum Teil ausgesetzten Weg hinauf an. 






Den Nebel frühmorgens haben wir unten gelassen, die Sonne zeigt uns jetzt endlich das grandiose Panorama hier oben, aber der Wind macht uns weiterhin schwer zu schaffen. Oben auf dem Plateau am sogenannten "Bahnhof" weht es mich fast um. Jeder Schritt wird zum Kampf und die Luft immer dünner. Aber auch die Männer hinter mir kämpfen - ein kleiner Trost. Oben im letzten Drittel kriechen wir zum Teil auf allen Vieren durch den tiefen Schnee, dann wird es immer ausgesetzter und Toni nimmt uns ans Seil. Das ist er also, der berühmte Glockner-Grat - und ich hoffe nur, der Wind bläst mich nicht hinunter. Aber hier oben geht es besser, es ist ein bisschen windgeschützter. Das wunderschöne Gipfelkreuz ist in Sichtweite und die Euphorie steigt. Nach 3.45 Stunden Aufstieg sind wir oben, als erste an diesem Tag, an dem noch einige Seilschaften unseren Spuren folgen werden. Und wir sind verdammt happy! 







Beim Abstieg treffen wir am Grad Peter Habeler mit seiner Begleitung, die als zweite Seilschaft den Gipfel an diesem Tag ersteigen. Unglaublich, wie fit er mit 72 noch ist! Eine kurze Rast an der Erzherzog-Johann-Hütte (3454 m), noch einmal den famosen Ausblick genießen und jede Sekunde einsaugen, die letzten steilen Meter konzentriert am Seil abwärts zum Skidepot und hinunter auf den Brettern ins Tal - um ein grandioses Bergerlebnis reicher. Petra Rapp



Dienstag, 24. März 2015

Skicross: Maier und Bohnacker holen in Grasgehren DM-Titel vor Weilharter und Nagl

Berti Nagl
Es war noch einmal ein versöhnlicher Saisonabschluss für Berti Nagl. Der Brannenburger, der für den WSV Kiefersfelden startet, freute sich über den zweiten Platz hinter Daniel Bohnacker (SC Gerhausen) bei den Deutschen Meisterschaften im Ski Cross, die vergangenen Sonntag in Grasgehren im Oberallgäu stattfanden.

Nagl hat einen Winter mit vielen Auf und Abs hinter sich. „Mal lief es gut, dann hatte ich wie beim Heimweltcup in Ostin wieder Hundertstel-Pech in der Qualifikation und dann gab es Rennen, wo ich es selbst einfach wieder komplett versemmelt habe“, sagt der 25jährige zu einer Saison, wo Rang 20 beim Weltcup in Arosa sowie zwei dritte Plätze im Europacup zu den guten Rennen von ihm zählten. Nicht das, was er erreichen wollte in dieser Saison, wo er endlich einmal verletzungsfrei blieb und sich eigentlich fix im Weltcup etablieren wollte. In Grasgehren ließ er sein eigentliches Potential noch einmal aufblitzen, auch wenn das Rennen unter sehr schwierigen Bedingungen stattfand, nach dem Achtelfinale abgebrochen und das Qualifikationsresultat für die Wertung herangezogen wurde. Die Piste in Grasgehren war im Laufe des Rennens zu weich und damit zu gefährlich für die Athleten geworden. 

Bohnacker, Nagl, Eckert, Foto fb
Es siegte in der internationalen Wertung Stefan Thanei aus Italien. Deutscher Meister wurde Daniel Bohnacker (SC Gerhausen) vor Berti Nagl und Paul Eckert (WSV Samerberg). Der zweite Inngauer auf dem Podest war mit Rang vier in der Weltcupgesamtwertung bester DSV-Skicrosser in dieser Saison. Paul Eckert ist jetzt erst einmal froh, die Ski in die Ecke stellen und Urlaub machen zu können. „Es war eine geniale Saison für mich, aber jetzt bin ich doch ziemlich müde“, so der WM-Vierte von Kreischberg. 

Tim Hronek (SV Unterwössen) belegte in Grasgehren in der DM-Wertung Rang 5, Felix Klapprott (WSV Samerberg) Rang 8. Valentin Egger (SC Aibling) war nicht am Start.

Im mit nur 14 Starterinnen dünn besetzten Damenfeld siegte Daniela Maier (SC Urach) vor Sabrina Weilharter (SC Traunstein) und Anna Wörner (SC Garmisch). Margarethe Aschauer (WSV Königssee) wurde Gesamtsiebte und Fünfte in der DM-Wertung. Petra Rapp

Gelungenes Saisonfinale für Jakob Lange - Top-Resultate in Trondheim und Oslo, Rang 30 im Gesamtweltcup

Foto Red Bull-Hans Berbig
Mit zwei starken Ergebnissen als Fünfzehnter im norwegischen Trondheim sowie als 22ter beim Weltcupfinale in Oslo beendete Jakob Lange (Jg. 1995) vom WSV Kiefersfelden die bisher erfolgreichste Saison seiner noch jungen Karriere als Nordischer Kombinierer. 

Nach einem starken 17. Platz beim Weltcup im finnischen Lahti (wir berichteten) ging es für Lange Mitte März ins norwegische Trondheim zum letzten regulären Weltcup der Nordischen Kombinierer. Gesprungen wurde im Granasan Ski Centre von Trondheim auf der für die Nordischen Ski-Weltmeisterschaften von 1997 errichteten K-133-M-Schanze. Im Anschluss wartete ein 10-Kilometer-Wettbewerb. Jakob Lange, dreifacher Medaillengewinner der diesjährigen Juniorenweltmeisterschaften von Almaty/Kasachstan, konnte sich bereits in der Qualifikation mit einem starken 117m-Sprung sicher für den Weltcup qualifizieren. Am Wettkampftag segelte der Flintsbacher auf ausgezeichnete 128,5 Meter mit besten Haltungsnoten. Im Feld der 50 weltbesten Nordischen Kombinierer bedeutete das den ausgezeichneten 19. Platz. Im anschließenden Lauf auf der sehr selektiven Strecke bei eisigen Bedingungen konnte sich Jakob Lange läuferisch erneut stark in Szene setzen. In Zusammenarbeit mit dem stärksten Läufer im Feld, dem US-Amerikaner Taylor Fletcher, gelang Jakob Lange noch der Sprung unter die Top 15 in dieser Weltcupveranstaltung und damit eine seiner besten Saisonleistungen. 

Qualifikation für das Weltcupfinale in Oslo
Mit dieser starken Vorstellung konnte sich Lange noch in der Weltcup-Gesamtwertung auf den 30. Gesamtrang verbessern und sich dadurch für das Finale der 30 besten Nordischen Kombinierer qualifizieren. Bereits einen Tag später reiste er mit dem DSV-Team dafür nach Oslo zum Holmenkollen. Dort wartete mit der K 127m-Schanze die weltweit modernste Skisprunganlage, auf der die Athleten im Finale zwei Wertungssprünge zu absolvieren hatten. Der abschließende 15-Kilometer-Lauf sollte in der Holmenkollen-Skiarena stattfinden. 

Foto Red Bull - Hans Herbig
Auf der sehr windanfälligen Schanze erreichte Lange mit 119 sowie 116 Metern den 22. Gesamtrang. Man durfte gespannt sein, wie sich der junge Inngauer Athlet dann nach dieser kräftezehrenden Saison auf der langen Strecke von 15 Kilometer noch gegen die weltbesten Athleten behauptet. Lange lief wieder gemeinsam mit dem US-Amerikaner Taylor Fletcher ein beherztes Rennen und konnte sich mit der 17. Laufzeit noch den 22. Gesamtrang in diesem Weltcupfinale sichern. Die diesjährige Weltcupsaison 2014/15 beschließt er damit mit dem starken 30. Platz im Gesamtweltcup. 

Pauken für das Abitur
Jetzt heißt es für Jakob Lange, der sich neben seinen drei Medaillen bei den Junioren-Weltmeisterschaften zudem in dieser Saison den fünften Deutschen Meistertitel bei den Junioren und zusammen mit Weltmeister Johannes Rydzeck den DM-Titel im Herren-Teamsprint holen konnte, für das anstehende Abitur pauken. Petra Rapp

Donnerstag, 19. März 2015

Bester Alpinnachwuchs am Start - Deutsche Schüler Meisterschaften vom 27. bis 30. März am Sudelfeld

Während die Vorbilder im Weltcup ihr großes Saisonfinale im französischen Méribel dann bereits hinter sich haben, heißt es für den besten alpinen Skinachwuchs im Deutschen Skiverband, noch einmal die letzten Reserven nach einer langen Wettkampfsaison zu mobilisieren. Denn vom 27. bis 30. März 2015 finden am Sudelfeld die Deutschen Schüler Meisterschaften statt, die vom Deutschen Skiverband veranstaltet und von den fünf Vereinen TG TUS Raubling/ASV Großholzhausen und der ARGE BraNuFli (Brannenburg/Nußdorf/Flintsbach) des SV Inngau ausgerichtet werden.

Nach einem Super G-Trainingstag am Freitag starten die Wettkämpfe frühmorgens am Samstag, 28. März, mit dem Super G am Mittleren Sudelfeld (Kitzlahner Lift, Start 9.30 Uhr). Ebenfalls am Samstag findet der Teamevent als Parallelslalom statt. Geplanter Start ist hier um 12.15 Uhr am Waldkopf-Lift. Am Sonntag werden ab 9.15 Uhr am Waldkopf die Slalommeister ermittelt. Am Montag wartet dann ebenfalls am Waldkopf der Riesenslalom-Wettbewerb mit zwei Durchgängen auf die jungen Nachwuchsskifahrer (Start 9.15 Uhr 1. Durchgang). Insgesamt werden am Sudelfeld die besten 80 Starter/innen erwartet, die sich aus der Altersklasse U16 und den besten U14-Nachwuchsathleten/innen zusammensetzen. 

C. Stuffer, Foto Horst Schmid
Zu den Favoriten zählen bei den Mädchen u.a. die Raublingerin Paula Flamm, die für die SG Hausham (SV Oberland) startet. Bei den Schülern dürften Jonas Stockinger (SC Herzogsreut/Bayerwald) und Roman Frost (SC Bayer Leverkusen) heiße Sieganwärter sein. Der SV Inngau ist mit vier Schülern (Jakob Schramm, Benedikt Marx, beide SC Aibling, sowie Christoph Brence, SV Bruckmühl sowie U14-Fahrer Linus Witte, SC Aibling) und drei Schülerinnen (Carina Stuffer vom WSV Samerberg, Jana Kohl und Melina Robl, beide vom SC Aising-Pang) am Start, von denen Jakob Schramm (SC Aibling) wohl die besten Chancen auf einen Podestplatz hat.

Sportlich wird es sicher heiß hergehen am Sudelfeld, wenn der Nachwuchs unter den Augen von Christian Scholz, DSV Rennbeauftragter Schüler, sowie DSV-Renndirektor Andi Kindsmüller um die begehrten Meistertitel kämpft. Dass dafür die Voraussetzungen wie auch das Rahmenprogramm stimmen, dafür sorgen die Organisatoren samt Rennleitung und arbeiten seit Wochen intensiv dafür. „Der Skiverband Inngau mit seinen fünf ausrichtenden Vereinen ist sehr stolz, nach 2010 auch in diesem Jahr wieder die besten alpinen Schüler und Schülerinnen am Sudelfeld begrüßen zu dürfen. Wir hoffen, an unserem regionalen Ski- und Trainingsgebiet für die Athleten beste Bedingungen schaffen zu können, um an den vier Tagen spannende Wettkämpfe zu erleben. Ich denke, unserer Vereine arbeiten sehr professionell dafür“, so Christian Egger, 1. Vorsitzender des SV Inngau. Rennleiter Jürgen Liedtke (ARGE BraNuFli): „Als Ausrichter der DSM freuen wir uns, dieses Event in dem neu ausgebauten Skigebiet Sudelfeld durchführen zu können und möchten uns auf diesem Weg für die Unterstützung der Liftbetreiber und aller Sponsoren bedanken“. 

Alle aktuellen Infos zu den alpinen Deutschen Schüler Meisterschaften sind unter https://www.facebook.com/DSM2015sudelfeld oder unter www.rennmeldung.de abrufbar. Petra Rapp