Donnerstag, 27. November 2014

Vorbereitet ins Abseits - Unterwegs mit den Freeride-Profis Angelika und Stefan Häusl

Foto Petra Rapp
Es schneit ziemlich heftig. Es könnte etwas werden mit dem ersten richtigen Powdertag dieses Winters, der im neu geschaffenen „Powder Department“ am Stubaier Gletscher stattfinden soll. Das Gletscherskigebiet hat sich vorbildlich für den wachsenden Ansturm der Offpiste-Fans gerüstet: mit kartographierten Abfahrten - 15 Freeride-Runs sind in einer eigenen neuen Off-Piste-Karte und als GPS-Tracks erfasst worden -, mit Streckenvideos, die die Routendetails visuell zeigen, mit speziellen Freeride-Checkpoints samt Infotafeln und LVS-Checkstation sowie eigenem Trainingsgelände zur Verschüttetensuche. Ja, Freeriden boomt und wenn es weiter unten noch nicht geht, dann suchen die Powderfans weiter oben wie hier am Gletscher ihr weißes Glück. 

Geli und Stefan Häusl, Foto Rapp
Stefan Häusl lebt dieses Glück professionell. Mit seinen 38 Jahren fährt er immer noch ganz vorne in der Weltspitze mit, war im letzten Winter Zehnter in der Gesamtwertung der Freeride World Tour. Der gebürtige Salzburger lebt mit Frau und Tochter am Arlberg. Seine Frau Geli war ebenfalls professionelle Freeriderin und arbeitet heute als Skilehrerin und Skiguide. Die beiden kennen sich aus mit den Bergen und ihren Gefahren im weißen Abseits. „Ah, Du bist einer dieser Verrückten, die sich da überall gedankenlos und ohne Rücksicht auf Verluste runterhauen“, wird oft gekontert, wenn Stefan von seinem Beruf erzählt. „Die meisten Leute wissen einfach nicht, dass wir sehr wohl sehr viel denken und uns sehr intensiv mit dem Hang beschäftigen, bevor wir reinfahren. Wir müssen, wie im alpinen Rennsport auch, jede Passage, jeden Punkt genau kennen und richtig einschätzen können. Das machen wir auch so, wenn wir privat freeriden und auch jeder Freizeitfahrer sollte das tun. Denn Sicherheit muss immer oberste Priorität haben“, betont Häusl und erklärt der Gruppe, warum man gerade im Frühwinter sehr aufpassen muss, weil sich die frische Schneedecke noch nicht gesetzt hat und deshalb sehr schnell ein Schneebrett abgehen kann. 

Foto Petra Rapp
„Es bleibt immer ein Restrisiko, wenn man im alpinen Gelände unterwegs ist. Aber je besser man sich vorbereitet und Bescheid weiß, umso geringer ist es und umso größer der Spaß!“ Erfahrung und eine gesunde, mentale Stärke sind für Stefan Häusl die Schlüsselfunktionen am Berg. Dazu kommen 30 Prozent Skitechnik und 20 Prozent Kraft. „Ein gesundes Risikomanagement und der Mut zum Verzicht gehört für uns Freerider zum Alltag. Auch, wenn der Hang noch so verlockend aussieht: Er wird auch morgen noch da sein, wenn es vielleicht weniger riskant ist“, sagt er und staubt davon über den „Hardrock Run“ an der Sesselbahn Fernau. Im knietiefen, heute und hier ungefährlichen fluffigen Neuschnee, die Sonne, die inzwischen scheint, im Rücken und Geli als „Lumpensammlerin“ der Gruppe hinterher. Da war doch noch was? „Man darf nie dem Powderrausch verfallen“, hat er auch gesagt. Petra Rapp

Stefan Häusl im Powder, Foto Schneewallfahrt


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Montag, 24. November 2014

Saisonstart der DSV Skicrosser im Pitztal: Podestplätze für Hronek und Egger beim Europacup-Auftakt

Valentin Egger (SC Aibling) Foto DSV
Nach einer langen, intensiven Saisonvorbereitung traf sich am vergangenen Wochenende die Skicross-Elite am Pitztaler Gletscher zum Saisonauftakt. Am Samstag fanden dort die Österreichischen Meisterschaften (FIS-Rennen) statt, die viele Weltcupfahrer als erste Standortbestimmung nutzten. Am Sonntag wurde auf dem gleichen Kurs das erste Europacup-Rennen der Saison durchgeführt, wo sich Tim Hronek (Jg. 1995, SV Unterwössen) und Valentin Egger (Jg. 1993, SC Aibling) mit einem zweiten und dritten Platz bereits in sehr guter Form präsentierten.

Es war ein anstrengendes Wochenende für die Skicrosser. Auf der relativ langen Strecke auf über 3000 Metern Höhe wurde den Athleten/innen, die an einem Tag jeweils Trainingsläufe, Qualifikation und das Rennen absolvieren mussten, viel abverlangt. Bei den Österreichischen Meisterschaften am Samstag siegte der Österreicher Thomas Zangerl vor Thomas Fischer (SC Ruhpolding) und Brant Crossan (USA). Tim Hronek (Jg. 1995, SV Unterwössen) wurde starker Siebter. Daniel Bohnacker (SC Gerhausen) fuhr als drittbester Deutscher auf Rang 13. Valentin Egger (Rang 18) schied ebenso nach dem ersten Finalheat aus wie die restlichen heimischen Fahrer Paul Eckert (WSV Samerberg, Rang 19) und Berti Nagl (WSV Kiefersfelden, Rang 22). Felix Klapprott (Jg. 1996, WSV Samerberg) konnte sich nicht für das Rennen (Rang 37) qualifizieren. Bei den Damen war Heidi Zacher (SC Lenggries) als Fünfte beste Deutsche.

Beim EC-Rennen am Sonntag gingen dann nur die Europacupfahrer des DSV-Teams an den Start. Hier holten sich der junge Chiemgauer Tim Hronek und der Inngauer Valentin Egger hinter dem österreichischen Sieger Johannes Aujesky die Plätze zwei und drei. Berti Nagl kam auf Rang 13, Felix Klapprott auf Rang 23. Bei den Damen wurde Margarethe Aschauer (WSV Königssee) als beste Deutsche Sechste.

Paul Eckert
Paul Eckert, der sich derzeit in Sulden am Ortler mit dem Weltcupteam auf die in Kürze in Kanada beginnende Weltcupsaison vorbereitet, zu seinem ersten Saisonstart: „Ich bin nicht ganz zufrieden. Ich habe sowohl in der Qualifikation wie auch im Rennen einige Fehler am Start gemacht. Aber gut, dafür sind Testrennen da. Jetzt feilen wir noch ein bisschen an der Form und am 1. Dezember fliegen wir dann nach Nakiska, wo am 5. und 6. Dezember der Weltcupauftakt stattfindet. Da hoffe ich, dass ich mich weiter nach vorne fahren kann.“ Für das DSV Skicross-Europacupteam mit Tim Hronek, Berti Nagl, Valentin Egger, Felix Klapprott u.a. warten weitere Europacuprennen im Dezember in Silvretta-Montafon und Val Thorens. Petra Rapp

Alle SX-Weltcuptermine Saison 2014/2015: LINK

Donnerstag, 20. November 2014

Nordische Kombination: Red Bull neuer Hauptsponsor von Inngauer DSV-Talent Jakob Lange - Weltcupauftakt in Finnland

Kombinierer Jakob Lange, Foto Petra Rapp
Es gilt schon als ein größerer Ritterschlag in der Sportszene, wenn es einem gelingt, einen der äußerst begehrten Sponsorenverträge von Red Bull zu ergattern. Der Konzern mit Hauptsitz im österreichischen Fuschl am See ist bekannt dafür, dass er nur ganz außergewöhnliche Sportler oder solche, denen die Zukunft gehört, unter Vertrag nimmt. Zu denen gehört Jakob Lange (Jg. 1995) vom WSV Kiefersfelden mit Sicherheit. Der 19jährige aus dem oberbayerischen Flintsbach im Inntal ist nicht nur das jüngste Mitglied der LG 1a im extrem starken DSV-Team der Kombinierer, sondern ist zusammen mit dem gleichaltrigen Finnen Ilkka Herola in seinem Jahrgang weltweit führend. Beide haben sich in der letzten Saison bereits im Weltcup fest etabliert und wollen in dieser Saison einen weiteren Schritt nach vorne machen. Unterstützt wird Lange dabei jetzt auch von Red Bull: Mitte November unterzeichnete er einen 4-Jahres-Vertrag mit Red Bull Deutschland als neuen Hauptsponsor mit Option auf eine langfristig Kooperation bis Olympia 2018 in Pjöngjang.

Für Jakob Lange, der beim FIS Sommer-Grand-Prix im August in Oberstdorf Gesamtzwölfter wurde und sich anschließend bei den Deutschen Meisterschaften in Hinterzarten den Juniorentitel und bei den Herren zusammen mit Johannes Rydzek den Titel im Teamsprint holte, wird es allerdings keine einfache Saison. Denn neben insgesamt dreizehn Weltcupveranstaltungen warten auf ihn als Saisonhöhepunkt die Juniorenweltmeisterschaften in Kasachstan, wo er im Einzel und im Team eine Medaille holen will. „Das wird mit Sicherheit nicht ganz leicht, weil dort einige gute Athleten am Start sein werden, die nicht jedes Wochende im Weltcup unterwegs sind wie ich und sich ganz gezielt auf die WM vorbereiten können“, meint Lange. Zwei Wochen später warten dann die Nordischen Weltmeisterschaften in Falun (Schweden). „Das wäre natürlich ein Traum, dort starten zu dürfen. Aber wir sind im DSV-Weltcupteam derzeit acht Starter und nur die besten fünf dürfen nach Falun.“ 

"Ich gehe gerne an meine Grenzen"
Lange, der bereits im letzten Winter durch außergewöhnlich gute Laufleistungen aufhorchen ließ, hat in der Vorbereitung weiter an seiner Sprungtechnik und Ausrüstung gefeilt und sieht sich auch dort verbessert. „Was mir fehlt, ist noch die Wettkampfhärte beim Laufen und beim Springen die Erfahrung. Ich habe erst elf Weltcupstarts in meiner Karriere. Ich brauche noch zwei, drei Jahre Training und Wettkämpfe, dann glaube ich schon, dass ich den Sprung nach ganz vorne schaffen kann“, sagt er selbstbewusst und ehrgeizig war er schon immer. „Ich gehe gerne an meine Grenzen, das ist schon so eine kleine Sucht und der Erfolg pusht mich natürlich auch. Es ist einfach ein gutes Gefühl, wenn man merkt, was der eigene Körper kann.“ Er hat gelernt, sich durchzusetzen als der älteste von drei Brüdern, hat sich mit seinem zwei Jahre jüngeren Bruder, einem talentierten Läufer, oft sportlich duelliert. Heute trainieren sie häufig gemeinsam, wobei Jakob beim Laufen (seine Halbmarathonbestzeit liegt bei 1.20,16 Std.) noch die Nase vorne hat. „Ja, Mittel- und Langstreckenlaufen als Hauptsport hätte mir auch gefallen, aber das kann ich später immer noch machen“, sagt er. Seine sportlichen Vorbilder? „Einmal mein Mannschaftskollege, der deutsche Olympiasieger Eric Frenzel. Der macht sein Zeug richtig gut, sehr professionell in allen Bereichen und ist nett zu allen. Im Laufbereich kann ich mir sicher von den Norwegern noch einiges abschauen. Biathlet Ole-Einar Björndalen finde ich richtig klasse. Wie der sich in seinem Alter noch quälen kann und will, bewundere ich.“ 

Doppelbelastung Weltcup und Abitur
Ein bisschen quälen muss sich Jakob Lange in diesem Winter auch noch, nämlich durch die Schulbücher. Für den Schüler des CJD Berchtesgaden stehen im Frühjahr die Abiturprüfungen an. „Das ist schon ein bisschen schwierig, weil bisher noch nie ein Abiturient im A-Kader war und darauf eigentlich keine große Rücksicht genommen wird. Aber ich werde es schon hinbekommen“, meint er. Danach will er schon gerne studieren, „irgendwas in Richtung Management, mal schauen.“ Jetzt freut er sich erst einmal auf das erste Weltcupwochenende Ende November im finnischen Kuusamo. Petra Rapp

Weltcup-Termine der Nordischen Kombinierer im Winter 2014/2015

"Whitewash", das neue Werk von DPS Cinematik

Vor ein paar Jahren entstand im Hause der Freeride-Marke DPS die Idee, eine eigene Filmabteilung zu gründen: DPS Cinematic. Die DPS Gründer Stephan Drake und Filmer Ben Sturgulewski kennen sich von den Dreharbeiten zu ‘Last Light’ und ‘Solitaire’. 2014 ist es endlich so weit und in Zusammenarbeit mit Gore und Outdoor Research kommt jetzt bereits der zweite DPS Cinematic Film ‚Whitewash’. Die Teamfahrer, die DPS Koalas, waren in der vergangenen Saison am Mt. Baker unterwegs, als sie der heftigste Schneesturm traf. Während alles andere still stand, fuhren sie in den fünf Tage so viel wie ging: eintauchen, spritzen lassen, schnorcheln.


Fluffige Freude zum Ansehen!


The Shadow Campaign // Whitewash from DPS SKIS on Vimeo.