Donnerstag, 20. November 2014

Nordische Kombination: Red Bull neuer Hauptsponsor von Inngauer DSV-Talent Jakob Lange - Weltcupauftakt in Finnland

Kombinierer Jakob Lange, Foto Petra Rapp
Es gilt schon als ein größerer Ritterschlag in der Sportszene, wenn es einem gelingt, einen der äußerst begehrten Sponsorenverträge von Red Bull zu ergattern. Der Konzern mit Hauptsitz im österreichischen Fuschl am See ist bekannt dafür, dass er nur ganz außergewöhnliche Sportler oder solche, denen die Zukunft gehört, unter Vertrag nimmt. Zu denen gehört Jakob Lange (Jg. 1995) vom WSV Kiefersfelden mit Sicherheit. Der 19jährige aus dem oberbayerischen Flintsbach im Inntal ist nicht nur das jüngste Mitglied der LG 1a im extrem starken DSV-Team der Kombinierer, sondern ist zusammen mit dem gleichaltrigen Finnen Ilkka Herola in seinem Jahrgang weltweit führend. Beide haben sich in der letzten Saison bereits im Weltcup fest etabliert und wollen in dieser Saison einen weiteren Schritt nach vorne machen. Unterstützt wird Lange dabei jetzt auch von Red Bull: Mitte November unterzeichnete er einen 4-Jahres-Vertrag mit Red Bull Deutschland als neuen Hauptsponsor mit Option auf eine langfristig Kooperation bis Olympia 2018 in Pjöngjang.

Für Jakob Lange, der beim FIS Sommer-Grand-Prix im August in Oberstdorf Gesamtzwölfter wurde und sich anschließend bei den Deutschen Meisterschaften in Hinterzarten den Juniorentitel und bei den Herren zusammen mit Johannes Rydzek den Titel im Teamsprint holte, wird es allerdings keine einfache Saison. Denn neben insgesamt dreizehn Weltcupveranstaltungen warten auf ihn als Saisonhöhepunkt die Juniorenweltmeisterschaften in Kasachstan, wo er im Einzel und im Team eine Medaille holen will. „Das wird mit Sicherheit nicht ganz leicht, weil dort einige gute Athleten am Start sein werden, die nicht jedes Wochende im Weltcup unterwegs sind wie ich und sich ganz gezielt auf die WM vorbereiten können“, meint Lange. Zwei Wochen später warten dann die Nordischen Weltmeisterschaften in Falun (Schweden). „Das wäre natürlich ein Traum, dort starten zu dürfen. Aber wir sind im DSV-Weltcupteam derzeit acht Starter und nur die besten fünf dürfen nach Falun.“ 

"Ich gehe gerne an meine Grenzen"
Lange, der bereits im letzten Winter durch außergewöhnlich gute Laufleistungen aufhorchen ließ, hat in der Vorbereitung weiter an seiner Sprungtechnik und Ausrüstung gefeilt und sieht sich auch dort verbessert. „Was mir fehlt, ist noch die Wettkampfhärte beim Laufen und beim Springen die Erfahrung. Ich habe erst elf Weltcupstarts in meiner Karriere. Ich brauche noch zwei, drei Jahre Training und Wettkämpfe, dann glaube ich schon, dass ich den Sprung nach ganz vorne schaffen kann“, sagt er selbstbewusst und ehrgeizig war er schon immer. „Ich gehe gerne an meine Grenzen, das ist schon so eine kleine Sucht und der Erfolg pusht mich natürlich auch. Es ist einfach ein gutes Gefühl, wenn man merkt, was der eigene Körper kann.“ Er hat gelernt, sich durchzusetzen als der älteste von drei Brüdern, hat sich mit seinem zwei Jahre jüngeren Bruder, einem talentierten Läufer, oft sportlich duelliert. Heute trainieren sie häufig gemeinsam, wobei Jakob beim Laufen (seine Halbmarathonbestzeit liegt bei 1.20,16 Std.) noch die Nase vorne hat. „Ja, Mittel- und Langstreckenlaufen als Hauptsport hätte mir auch gefallen, aber das kann ich später immer noch machen“, sagt er. Seine sportlichen Vorbilder? „Einmal mein Mannschaftskollege, der deutsche Olympiasieger Eric Frenzel. Der macht sein Zeug richtig gut, sehr professionell in allen Bereichen und ist nett zu allen. Im Laufbereich kann ich mir sicher von den Norwegern noch einiges abschauen. Biathlet Ole-Einar Björndalen finde ich richtig klasse. Wie der sich in seinem Alter noch quälen kann und will, bewundere ich.“ 

Doppelbelastung Weltcup und Abitur
Ein bisschen quälen muss sich Jakob Lange in diesem Winter auch noch, nämlich durch die Schulbücher. Für den Schüler des CJD Berchtesgaden stehen im Frühjahr die Abiturprüfungen an. „Das ist schon ein bisschen schwierig, weil bisher noch nie ein Abiturient im A-Kader war und darauf eigentlich keine große Rücksicht genommen wird. Aber ich werde es schon hinbekommen“, meint er. Danach will er schon gerne studieren, „irgendwas in Richtung Management, mal schauen.“ Jetzt freut er sich erst einmal auf das erste Weltcupwochenende Ende November im finnischen Kuusamo. Petra Rapp

Weltcup-Termine der Nordischen Kombinierer im Winter 2014/2015

"Whitewash", das neue Werk von DPS Cinematik

Vor ein paar Jahren entstand im Hause der Freeride-Marke DPS die Idee, eine eigene Filmabteilung zu gründen: DPS Cinematic. Die DPS Gründer Stephan Drake und Filmer Ben Sturgulewski kennen sich von den Dreharbeiten zu ‘Last Light’ und ‘Solitaire’. 2014 ist es endlich so weit und in Zusammenarbeit mit Gore und Outdoor Research kommt jetzt bereits der zweite DPS Cinematic Film ‚Whitewash’. Die Teamfahrer, die DPS Koalas, waren in der vergangenen Saison am Mt. Baker unterwegs, als sie der heftigste Schneesturm traf. Während alles andere still stand, fuhren sie in den fünf Tage so viel wie ging: eintauchen, spritzen lassen, schnorcheln.


Fluffige Freude zum Ansehen!


The Shadow Campaign // Whitewash from DPS SKIS on Vimeo.

Mittwoch, 12. November 2014

Best Ski-Resorts: Zermatt vor Serfaus-Fiss-Ladis und Arosa

Foto: Zermatt/Michael Portmann
Wer hat das beste Pistenangebot? Wer die komfortabelsten Lifte? Wo erlebt man das schönste Ambiente und wo steppt der Bär beim Après Ski? Die renommierte Studie „Best Ski Resort“ (Mountain Management in Zusammenarbeit mit der Universität Innsbruck) hat 48.000 Wintersportler direkt an den Pisten 55 ausgewählter Top-Skigebiete der Alpen befragt und die Ergebnisse am 6. November 2014 in Zürich präsentiert: Den begehrtesten Platz auf dem Siegertreppchen in der kategorieübergreifenden Gesamtauswertung, mit überragenden Zufriendenheitswerten, nimmt Zermatt in der Schweiz ein – gefolgt von Serfaus-Fiss-Ladis im österreichischen Tirol und Arosa im Schweizer Kanton Graubünden.

Die Top-10 der kategorieübergreifenden Gesamtauswertung sind:
Platz 1: Zermatt (CH; 8,46 Punkte), gefolgt von Serfaus-Fiss-Ladis in Tirol (A; 8,34 Punkte) und
Arosa in Graubünden (CH; 8,20 Punkte: Platz drei). Auf den Plätzen vier bis zehn folgen: 4.
Sulden (I), 5. Alta Badia (I), 6. Adelboden-Lenk (CH), 7. Val Gardena/Gröden (I), 8. Saas Fee
(CH) 9. Kronplatz (I) und 10. Laax (CH).

Größte „On Mountain“-Befragung in den Alpen
Das Besondere der Studie, herausgegeben von Mountain Management Consulting in Zusammenarbeit mit der Universität Innsbruck: Die Jury sind keine Fachgremien oder Fans am heimischen Computer, sondern 47.935 Wintersportler (von Anfänger bis Profi) – befragt direkt an den Pisten 55 ausgewählter Top-Skigebiete im Alpenraum. Best Ski Resort ist damit die größte „On Mountain“-Befragung und die aussagekräftigste Studie der Alpen. Vier Mal wurden die Befragungen im jeweiligen Wintersportort durchgeführt: Je zwei Mal in der Haupt- und Nebensaison. Skifahrer und Snowboarder gaben Auskunft in über 20 Kategorien im Bezug auf „Relevanz“ und „Zufriedenheit“. Pistenangebot, Schneesicherheit und Pistenpräparation sind besonders relevant Entscheidendes Kriterium, so zeigt die Studie, ist für Skifahrer und Snowboarder die Größe des Skiresorts und das Pistenangebot. Als Faustregel gilt: Je besser man fährt, desto wichtiger ist ein entsprechend großes Gebiet. Top sind in dieser Hinsicht neben dem Gesamtsieger Zermatt auch die beiden italienischen Skiorte Alta Badia und Val Gardena/Gröden sowie das französische Les 3 Vallées. Und weil das Gute nicht immer von oben kommt, wie der letzte Winter zum Leidwesen vieler Wintersportorte bewiesen hat, spielt auch Schneesicherheit neben der Qualität der präparierten Pisten bei Wintersportlern eine große Rolle. Besonders zufrieden mit der weißen Pracht waren Wintergäste in Sulden, Saas Fee und Zermatt. Aber auch Spaß und Unterhaltung, das gastronomische Angebot am Berg sowie das Preis-Leistungs-Verhältnis fallen bei der Auswahl der Destination ins Gewicht. Ischgl siegt wie in den Vorjahren in der Kategorie Après Ski, in Sachen Wellness überzeugt diesmal Obergurgl/Hochgurgl. Laax ist und bleibt die Nummer eins, was Fun- und Snowpark anbelangt. Wer mit Kind unterwegs ist, fühlt sich in Serfaus-Fiss-Ladis am wohlsten und im Weihnachtsmärchen fühlt sich, wer das besondere Naturerlebnis der Südtiroler Dolomiten um Alta Badia erleben kann.

Fazit: Ansprüche der Wintersportler wachsen – Zufriedenheit aber auch
Ein Fazit der Studie: Skifahrer sind insgesamt zufriedener als in den Vorjahren. „Wir beobachten einen neuen Gästetypus, der viel gesehen hat und im Vergleich zum Dauergast verschiedene Skiregionen kennt,“ sagt Studienautor Mike Partel. „Skiorte müssen sich seit einigen Jahren verstärkt darauf einstellen und größere Anstrengungen unternehmen, um den veränderten Ansprüchen gerecht zu werden.“ Was in der Folge bedeutet: Die einzelnen Skigebiete müssen sich positionieren, unverwechselbar sein; exzellente Leistungen erbringen und permanent präsent sein – etwa in sozialen Netzwerken und Empfehlungsportalen. Mike Partel: „In Summe kann gesagt werden, dass die Top-Skigebiete sehr wohl erkannt haben, dass mit zunehmendem Wettbewerb und höheren Preisen nur mit ebenso steigender Leistung eine erfolgreiche Weiterentwicklung – also begeisterte Kunden – gesichert werden kann.“

NEU: Welches Skigebiet passt am besten zu mir? Antwort finden Wintersportler in wenigen Klicks mit dem praktischen „Ski Resort Finder“: www.best-skiresorts.com/ski-resort-finden

Dienstag, 11. November 2014

Ausprobiert: Marker Kingpin Touren-/Freeride-Bindung

Foto: Marker
Im Markt der Skitouren-Bindungen tut sich derzeit viel und eins lässt sich sicher sagen: Pin-Bindungen sind ganz klar im Vormarsch. Allein in Österreich waren laut Karl Posch vom österreichischen Skitourenverband Askimo im letzten Winter mehr als 50 Prozent der verkauften Modelle Pin-Bindungen. Die wesentlichen Vorteile gegenüber Rahmenbindungen: Pin-Bindungen sind leichter, bieten mehr Bewegungsfreiheit sowie eine bessere Kraftübertragung. In dieser Saison kommen einige neue, erstmals auch TÜV-zertifizierte Modelle auf den Markt. Eine davon, die brandneue Marker Kingpin wurde vor kurzem am Stubaier Gletscher vorgestellt und von unserer Redaktion getestet.

"Gut zweieinhalb Jahre intensive Forschungs- und Produktionsarbeit von vier Ingenieuren stecken in der neuen Kingpin, ein übrigens komplett in Europa gefertigtes Produkt", erklärt Michael Bückers von Marker. "Uns war dabei vor allem wichtig, eine Pin-Bindung zu entwickeln, die optimale Kraftübertragung und hohen Gehkomfort bietet, sehr leicht, aber trotzdem sehr sicher und auch in schwierigem Gelände problemlos zu handeln ist." Leicht ist sie, obwohl die edle Optik nach mehr aussieht: Die Kingpin wiegt pro Stück inklusive Skibremse nur 730 Gramm. Und sicher auch: Die nach DIN ISO 13992:2007 TÜV zertifizierte Bindung besitzt eine definierte, einstellbare Sicherheitsauslösung, die zuverlässig in allen Fahr- und Sturzsituationen und dank aktivem Längenausgleich auch bei starker Skidurchbiegung auslöst. Die Bindung liefert als eine der ersten Pin-Bindungen reproduzierbare Auslösewerte, die auf einem herkömmlichen Auslösegerät überprüfbar sind. 

Die Bedingungen beim Praxistest sind mehr als schwierig: So ziemlich komplettes "Whiteout" am Stubaier Gletscher, dazu heftige Sturmböen und Neuschnee. Das Einsteigen in die Bindung geht aber dennoch ungewohnt leicht. Kein ewiges Gefummel, die Löcher im Schuh vorne auch richtig zu treffen und die Bindung dort zu fixieren. Individuell justierbare Anschläge stoppen den Schuh am richtigen Punkt. Der mit sechs Federn ausgestattete Vorderbacken aus hochwertigem Stahl fixiert den Schuh kraftvoll und sicher. "Ein großer Vorteil der Kingpin liegt auch darin, dass unverriegelt (Hebel am Voderbacken steht auf „ski“ und nicht auf „walk“) beste Energieübertragung gewährleistet wird und man absolut sicher in der Bindung steht", so Michael Bückers.

Und dann allein schon dieses "Klack" beim Einsteigen in den Hinterbacken, das alle abfahrtsorientierten Tourengeher und Freerider begeistern wird: Endlich auch bei einer Pin-Bindung ein `richtiges Hinterteil`, wie Skifahrer es von einer Alpinbindung gewohnt sind und das ihnen beim Abfahren das Gefühl von Sicherheit vermittelt. "Ein nicht nur subjektiver Eindruck", erklärt Michael, "wenn die Ferse nämlich wie hier gut fixiert ist, gibt es weniger Störfunktionen auf den Vorderbacken und damit weniger Fehlauslösungen, wie es bisher bei Pin-Bindungen leider häufig der Fall war. Die Kingpin ist die einzige Bindung, die auch vorne unverriegelt sicher gefahren werden kann." Möglich macht dies auch die Konstruktionsweise des Hinterbackens, der zudem beste Kraftübertragung bietet: Der XXL Powertransmitter verfügt über sehr weit auseinander liegende Kontaktpunkte, die die Schuhferse breitflächig am äußeren Rand fixieren. Dadurch werden die Kippkräfte zur Schwungeinleitung spielfrei und ohne Kraftverlust über die Bindung auf den Ski übertragen. Das breite Bohrbild von 38 mm verbessert diese zusätzlich. Die Verstellung der Ferse vom Geh- auf den Fahrmodus funktioniert selbst in kritischen Situationen und in anspruchsvollen Hängen unkompliziert und schnell.

Die Bindung ist mit zwei integrierten Steighilfen (7° und 13° bei Sohlenlänge 310 mm) ausgerüstet, die relativ einfach mit dem Skistock aus- bzw. eingeklappt werden können. Durch ihre Positionierung zentral oben auf dem Fersenbacken sind sie auch in schwierigem Gelände gut erreichbar. Das Bremssystem zeichnet sich neben den Sicherheitsfeatures dadurch aus, dass die Bremse im Gehmodus beim ersten Schritt automatisch verriegelt und beim Umstellen in den Skimodus sofort wieder einsatzbereit ist. Für eisige Verhältnisse stehen für die die Kingpin je nach Skimodell drei Harscheisenbreiten zur Verfügung, die sich mit wenigen Handgriffen montieren lassen. Fazit: Ein echte Bereicherung für abfahrtsorientierte Skitourengeher und Freerider und zusammen mit dem Völkl V-Werks BMT 94 ein echtes 'Dreamteam'!

Die Marker Kingpin ist ab Mitte Dezember 2014 im Handel, Kingpin 10 (inkl. 75-100mm Stopper) UVP 430,-- €, Kingpin 13 (inkl. 75-100 mm Stopper) UVP 460,-- €. Wer mehr wissen will: www.marker.de/kingpin/

Text und Fotos: Petra Rapp