Dienstag, 22. November 2016

Nordische Kombination: "Ein Lernprozess" - Jakob Lange fit für Weltcupauftakt in Finnland

Jakob Lange, (c) DSV
Ein Novembernachmittag im Inntal. Totales Sauwetter draußen, Regen hat den Schnee wieder abgelöst. „Ja, es war nicht besonders schön heute Vormittag beim Langlaufen, aber jede Stunde Training auf dem Schnee ist einfach wichtig.“ Hartes Training macht Jakob Lange (WSV Kiefersfelden) nichts aus. Nicht umsonst zählt der 21jährige Vizeweltmeister der Junioren zu den weltweit größten Talenten bei den Nordischen Kombinierern. 

Am kommenden Wochenende, 26./27. November, startet er in Finnland bereits in seine vierte Weltcupsaison und hofft, nach seiner schweren Knieverletzung, die er sich bei einem spektakulären Sturz beim Springen beim Weltcup Ende Januar in Seefeld zugezogen hat, wieder den Anschluss an die erweiterte Weltspitze zu schaffen. 


Harte Ausscheidungswettkämpfe

J. Lange, (c) Petra Rapp
Eigentlich müsste ihm das gelingen, denn die harte Ausscheidung für das bekannt starke DSV-Weltcupteam hat Jakob Lange geschafft. Er hat sich bei diversen Lehrgängen im Sommer, bei den deutschen Meisterschaften in Oberstdorf und zuletzt bei Sprungwettkämpfen im slowenischen Planica im direkten Duell gegen den aktuellen Team-Weltmeister Tino Edelmann durchgesetzt. Der hat daraufhin seine Karriere beendet. War das emotional schwierig für ihn? „Das war schon nicht ganz einfach. Tino ist schon sehr viele Jahre im Weltcupteam und ein sehr verdienter Athlet, von dem ich auch viel gelernt habe. Aber wir alle sind sportliche Konkurrenz von klein auf gewohnt, haben alle unsere Rückschläge einstecken müssen und gehen da professionell damit um. Klar hat dann einer mal schlechte Laune, wenn es bei einem persönlich nicht so gut läuft. Dann lässt man sich halt in Ruhe. Aber wir haben einen sehr guten Teamgeist und können das schon trennen.“ 

Mit verlorenen Ausscheidungen, Nicht-Nominierungen oder Rückschlägen durch schwere Verletzungen wie jetzt im Frühjahr richtig umzugehen, musste Jakob Lange, wie wohl jeder ehrgeizige Spitzensportler, allerdings auch erst lernen, damit sie ihn positiv weiterbringen und er daran wachsen kann. „Ich habe mich da schon auch oft geärgert oder hatte Durchhänger, aber in solchen Situationen braucht man die richtigen Bezugspersonen und Trainer, die einem helfen und die richtigen Ratschläge geben. Und die habe ich gottseidank.“ Dass er körperlich wieder fit ist, hat er bereits bewiesen. Ob er seinen schweren Sturz aber wirklich verarbeitet hat, wird sich erst in Finnland zeigen. Bisher hatte er noch kaum Sprünge auf Schnee. „Im Sommer ist die Landung auf den Matten immer gleich. Da hatte ich anfangs schon noch Respekt, aber es ging dann relativ gut“, sagt er. 

(c) Romina Eckert

Sprungleistung wird immer wichtiger

Das DSV-Team hat in der Vorbereitung sehr viel ins Springen investiert. Der junge Norweger Jarl Magnus Riiber (1997) hat mit seinen extrem guten Sprungleistungen das Niveau bei den Kombinierern deutlich in die Höhe geschraubt und die anderen damit unter Druck gesetzt. „Alle feilen jetzt an der Sprungtechnik, am Material und auch nochmal am Körpergewicht. Ein Kilogramm Körpergewicht soll in etwa drei bis vier Meter Weite beim Springen ausmachen“, erklärt Jakob Lange. Auch er hat noch einmal Gewicht reduziert. „Das fällt schon schwer, immer genau so viele Nährstoffe zu sich zu nehmen, um auch wirklich langfristig leistungsfähig und immer konzentriert sein zu können, aber das richtige Gewicht dabei auch zu halten“, sagt er. 64 Kilogramm bei 178 cm Körpergröße und ein Körperfettanteil von unter fünf Prozent – mal schauen, ob damit die Kraft beim bisher so extrem laufstarken Inngauer in der Loipe und über die vielen Wettkämpfe reicht.

Bis Weihnachten ist Jakob Lange fix im Weltcupteam nominiert. „Ich will erst mal gesund bleiben und schauen wie es läuft. Wenn ich mich dann weiter qualifizieren kann und vielleicht ein Top-Ten-Resultat schaffe, bin ich total zufrieden.“ An die Weltmeisterschaften Ende Februar in Lahti denkt Lange, der in München Wirtschaftspsychologie studiert, noch nicht. „Jetzt will ich in Ruka erst mal wieder gut reinkommen.“ Petra Rapp

Alle FIS-Weltcuptermine in der Nordischen Kombination: LINK

Sonntag, 20. November 2016

Auf Tour: Hochfügen - Zillertal

Mehr wie eine Pistentour war heute nicht drin, wenn man nicht den Weg bis zu den Gletschern auf sich nehmen wollte. In Hochfügen im Zillertal hatte es gestern aber anscheinend geschneit. Schöner Pulver, richtig schöne Winterstimmung bei angenehmen Temperaturen und klare Sicht am Vormittag - und wie erwartet auch ziemlich viele andere Tourengeher. Sonntagvormittag - war klar, aber machte auch absolut nichts, weil sie sich schnell auf der Strecke mit doppelter  Aufstiegsspur gut verteilten und derzeit auch noch keine Skibetrieb ist. 

Nur oben ab der Mittelstation blies der Föhnsturm gewaltig. Im letzten Drittel so stark, dass man oben an der Gipfelstation verdammt aufpassen musste, dass einem die Sachen nicht um die Ohren flogen und man selbst auch auf seinen zwei Beinen stehen blieb. 

Die Abfahrt hinunter auf der Piste ab der Mittelstation dann dafür allererste Sahne mit richtig schönen Powderschwüngen, diesmal ohne unangenehme Nebengeräusche von unten, so dass der wieder frisch präparierte Belag heil blieb. 
Petra Rapp

Hier noch ein paar Impressionen von der Tour:







Mittwoch, 16. November 2016

Ski Cross: Zwangspause für Daniel Bohnacker

Daniel Bohnacker
Dünn wird allmählich das Aufgebot der DSV Ski-Cross-Herren: Nachdem Andreas Schauer (SC Lenggries) im Herbst aus beruflichen Gründen seine Karriere beendet hat, hat sich jetzt  Mitte November Daniel Bohnacker beim Training am Pitztaler Gletscher nach einem Sturz am rechten Sprunggelenk verletzt und fällt für etwa sechs Wochen aus.

Laut DSV-Mannschaftsarzt Dr. Peter Brucker zog sich der 26-jährige Ski-Crosser vom SC Gerhausen einen Bänderriss im rechten unteren Sprunggelenk und Mittelfuß zu. Brucker, der die Verletzung in der Orthoplus, München, diagnostizierte, ist zuversichtlich, dass Bohnacker in etwa sechs Wochen wieder ins Skitraining einsteigen kann. "Die Verletzung kann konservativ durch Ruhigstellung behandelt werden. Ein operativer Eingriff ist nicht notwendig. Einen günstigen Heilungsverlauf vorausgesetzt, kann Daniel Bohnacker in zwei bis drei Wochen mit der Rehabilitation beginnen und in etwa sechs Wochen wieder auf Schnee trainieren", so Brucker.

Foto: Gepa Pictures
"Ich bin bei der Anfahrt zur Rennstrecke unglücklich gestürzt und habe mich dabei verletzt. Das ist so kurz vor dem Saisonstart natürlich sehr ärgerlich. Auf der anderen Seite hätte es schlimmer kommen können. Ich werde jetzt gezwungenermaßen pausieren und mich dann auf die Rehabilitation und die Rennen im Januar konzentrieren", so Daniel Bohnacker, der in seiner Karriere bereits einen Weltcupsieg und acht Podiumsplätze erzielen konnte.

Heli Herdt, Sportlicher Leiter Ski Cross: "Der Ausfall von Daniel Bohnacker ist unglücklich, denn er hat zuletzt gute Trainingsleistungen gezeigt. Jetzt geht es für ihn aber zunächst darum, die Verletzung vollständig auszuheilen, um dann wieder 

Paul Eckert
Vom Weltcupteam der DSV Skicross-Herren bleiben damit derzeit Paul Eckert (WSV Samerberg), WM-Vierter in Kreischberg 2015 und mit bisher insgesamt sieben Top-Ten- und zwei Podiumsplätzen in seiner Weltcup-Karriere, Florian Eigler (SC Pfronten), Tim Hronek (SV Unterwössen) und der in der letzten Saison verletzte Thomas Fischer (SC Ruhpolding), der jetzt wieder um den Anschluss im Team kämpft.

Im DSV Damen-Weltcupteam sind Heidi Zacher (SC Lenggries), Margarethe Aschauer (WSV Königssee), Daniela Maier (SC Urach und die beiden, in der letzten Saison verletzungsbedingt pausierenden Julia Eichinger (SV Neureichenau) und Anna Wörner (SC Partenkirchen) vertreten.

Weltcupauftakt in Val Thorens
Bereits im Dezember warten vier Weltcup-Termine auf die Ski-Crosser: Start ist am 9./10. Dezember in Val Thorens/Frankreich. Weiter geht es am 13./14. Dezember in Arosa/Schweiz, am 16./17. Dezember in Montafon/Österreich und am 21,/22. Dezember in Innichen/Italien.

Alle Termine und Infos über den Ski-Cross-Weltcup gibt es unter:

Infos über das DSV Ski-Cross-Team unter: 

Sonntag, 13. November 2016

Auf Tour: Stümpfling, Spitzingsee

Was will man mehr Mitte November: Echtes Winterfeeling mit ein paar schönen Powderschwüngen hinunter vom Stümpfling im Skigebiet Spitzingsee. 

Die tiefen Spuren im Belag, die sie hinterlassen und die Massen, die an diesem Sonntag unter den laufenden Schneekanonen die Piste zum Gipfelkreuz hinaufstürmen, ignorieren wir dafür einfach mal... Petra Rapp

Copyright Petra Rapp