Mittwoch, 17. April 2013

Rottmoser holt sich Sprint-Gesamtweltcup - Rosenheimer Skibergsteiger siegt in einem spannenden Weltcupfinale in Tromsö/Norwegen

Es war ein Saisonfinale nach Maß für Sepp Rottmoser beim Blatind Arctic Race in Tromsö (NOR) am letzten Wochenende: Nach dem Weltmeistertitel im Sprint Ende Februar wollte sich Sepp Rottmoser auch den Gesamtweltcuptitel in dieser Disziplin holen. Beim letzten Weltcup-Rennen in Tromsö kam es so zum großen Showdown. Rottmoser, bis dahin Zweiter in der Gesamtwertung, musste dort deshalb unbedingt siegen, der Weltcupführende Marcel Marti (SUI) durfte aber nicht besser als auf Platz 5 laufen – angesichts Martis Sprintstärke und der Ergebnisse der Saison war die Chance für Rottmoser eher gering.
Im anspruchsvollen, verwinkelten und mit Sprüngen gewürzten City-Kurs von Tromsö, der sicherlich zu den spektakulärsten Rennstrecken im Skibergsteigen zählt, machte Rottmoser schon im Qualifikationslauf Druck und sicherte sich Runde um Runde den Einzug in den nächsten Lauf. Aber auch Hauptkonkurrent Marti erreichte erwartungsgemäß das Finale der besten Sechs. Und hier gab Rottmoser dann richtig Gas: Angefeuert von hunderten Samstagseinkäufern in der City von Tromsö lief er nicht nur die Tagesbestzeit, sondern holte sich auch noch den dritten Sprintsieg in dieser Saison. Auf Platz zwei und drei folgten Andreas Steindl (SUI) und Yann Gachet (FRA). Marti hatte Nerven gezeigt und sich im Finallauf verhaspelt, so dass ihn Läufer um Läufer überholte. Am Ende erreichte der Schweizer Platz fünf – und damit genau den Platz, der Rottmoser den Gesamtwelctuptitel brachte. Für Marti blieb damit in der Gesamtwertung nur Platz zwei vor dem Italiener Robert Antonioli.

Am Tag nach dem Sprint folgte das Singlerennen am „schlafenden Soldaten“ (norwegisch „Blatind“), das aufgrund schlechter Sicht am Renntag kurzfristig um etliche Höhenmeter verkürzt wurde. Das hieß: verschärftes Tempo für die Läufer und damit auch für Rottmoser, dem die Oberschenkel noch ziemlich von seinem Sprintsieg am Vortag brannten. Aber auch einige andere Langdistanzspezialisten hatten schwer mit dem hohen Tempo und den schwierigen Abfahrten zu kämpfen, so dass doch einige Topläufer etwas weiter hinten als erwartet landeten. Mitfavorit Matheo Jaquemoud (FRA) auf Rang 11, genauso wie der spanische Dauersieger Kilian Jornet Burgada einen Platz vor ihm. So war der Weg frei für William Bon Mardion (FRA), der sich den Sieg vor Martin Anthamatten (SUI) und dem Italiener Matteo Eydallin sicherte. Für Rottmoser war an diesem Tag nicht mehr als Platz 21 (Platz 5 Espoirs/ U 23) drin. Diese Leistung reichte ihm aber immer noch für einen beachtlichen 10. Platz im Gesamtweltcup (alle Weltcupdisziplinen Sprint, Single und Vertical) – der Königswertung für die besten Allrounder. Damit platziert sich Rottmoser unter der absoluten Weltspitze und sicherte sich neben seinem Sprint-Titel ein weiteres beachtliches Gesamtwertungs-Ergebnis. Der Sieg in der Overall-Kategorie ging an William Bon Mardion vor seinem Landsmann Matheo Jaquemoud und dem Italiener Manfred Reichegger.

Für Sepp Rottmoser lässt jetzt diese extrem erfolgreiche Saison in Norwegen ausklingen – bei Skitouren im norwegischen Fjordland. Petra Rapp

Fotos: DAV/Stephan Mantler

Montag, 1. April 2013

Skicross: Heidi Zacher und Berti Nagl deutsche Meister 2013

Bohnacker, Nagl, Stickl
In Lienz (Osttirol) fanden am Ostersamstag in einem gemeinsamen Rennen die deutschen und österreichischen Skicross-Meisterschaften statt. Und wie schon bei so vielen Skicross-Rennen in dieser Saison, zeigte sich auch beim Saisonfinale der Wettergott nicht von seiner guten Seite. Der Brannenburger B-Kaderfahrer Berti Nagl (Jg. 1989), der für den WSV Kiefersfelden startet, zeigte sich zuletzt bei FIS-Rennen in Italien mit zwei dritten Plätzen in starker Form. Der bis dahin amtierende deutsche Vizemeister ging deshalb auch auf dem anspruchsvollen Kurs sehr ambitioniert an den Start der Qualifikation und fuhr eine ausgezeichnete Zeit, die ihm später zu Gute kommen sollte. Die Finalheats mussten nämlich aufgrund sehr schlechter Sicht nach dem Viertelfinale abgebrochen werden, so dass dann die Qualifikationszeiten für das Endresultat gewertet wurden. Nagl wurde so hinter den beiden Österreichern Christoph Wahrstötter und Robert Winkler Gesamtdritter und war bester Deutscher vor Daniel Bohnacker (SC Gerhausen) und Simon Stickl (SC Bad Wiessee).

B. Nagl
Berti Nagl, der in dieser Saison im Dezember mit einem dreizehnten Platz beim Weltcup in Telluride (USA) stark begonnen hatte, danach bei den weiteren Weltcuprennen aber immer in der Qualifikation scheiterte und jetzt am Saisonende mit jeweils dritten Plätzen in mehreren Europacup- und FIS-Rennen wieder sein Potential zeigen konnte, freut sich sehr über den Titel: „Der Meistertitel ist für mich auf jeden Fall ein Riesenerfolg und ich bin stolz darauf, diesen Titel tragen zu dürfen. Vor allem, weil einige große Namen am Start standen. Neben mir auf dem Treppchen waren mit Daniel Bohnacker und Simon Stickl zwei Weltcupsieger, die seit Jahren im Weltcup konstant gute Leistungen abliefern. Für mich ist dieser Titel auf jeden Fall eine große Motivation für das Sommertraining und den kommenden Winter. Insgesamt bin ich mit meiner ersten Weltcupsaison zwar schon ganz zufrieden, aber ich will nächste Saison schon gerne konstant Top-16-Ergebnisse abliefern. Und das ganz große Ziel ist natürlich Sotchi 2014!“

Die Ergebnisse der weiteren heimischen Fahrer: Paul Eckert (WSV Samerberg), zuletzt beim Weltcup im schwedischen Are ausgezeichneter Fünfzehnter, wurde in der DM-Wertung in Lienz Fünfter, Nachwuchsfahrer Maximilian Huber (SC Prien, Jg. 1996) Elfter. Florian Schmidt (WSV Oberaudorf), zuletzt ebenfalls in ausgezeichneter Form, wurde aufgrund eines angeblich regelwidrigen Überholmanövers leider disqualifiziert, Felix Klapprott (WSV Samerberg) schied aus.

Heidi Zacher
Bei den Damen holte sich Heidi Zacher (SC Lenggries) als Gesamtdritte den deutschen Meistertitel 2013 vor Sabrina Weilharter (SC Traunstein) und Daniela Maier (SC Urach). Nachwuchsfahrerin Valerie Dupier (WSV Samerberg, Jg. 1996) kam im Endklassement auf Rang Zwölf (DM-Wertung Rang fünf), stürzte aber im Rennen und wurde per Helikopter mit einer schweren Gehirnerschütterung und starken Prellungen ins Lienzer Krankenhaus gebracht, das sie aber am Ostermontag wieder verlassen durfte. Petra Rapp

Ergebnisse Lienz Damen
Ergebnisse Lienz Herren

Donnerstag, 28. März 2013

Schmidt feiert Skicross-Sieg in Italien - Nagl zweimal Dritter

v.l.: Nagl, Schmidt, Thanei
Während die Skicross-Weltcupteams am vergangenen Sonntag tatenlos aus der Sierra Nevada abreisen mussten, weil das dortige Saisonfinale aufgrund dichten Nebels abgesagt wurde, traten zahlreiche Europacupteams die Reise nach Italien an. Dort fanden in Valtournenche im Aostatal in der vergangenen Woche zwei FIS-Rennen statt. Für den Deutschen Skiverband waren dort unter anderen Florian Schmidt (WSV Oberaudorf) und Berti Nagl (WSV Kiefersfelden), beide Jahrgang 1989, am Start. Im ersten Rennen zeigten die zwei weltcuperprobten Inngauer ihr ganzes Können und kämpften sich ins Finale. Dort holte sich Florian Schmidt seinen ersten Saisonsieg vor dem Italiener Stefan Thanei. Der Brannenburger Berti Nagl wurde Dritter.

Beim Rennen am Dienstag schaffte Berti Nagl den Sprung unter die besten Vier und fuhr erneut auf den dritten Platz. Der Zweite vom Vortag, der Italiener Stefan Thanei, holte sich diesmal die Siegertrophäe und wertvolle FIS-Punkte. Florian Schmidt verpasste den Einzug ins Finale, wurde aber im kleinen Finale Sieger, was am Ende den ebenfalls sehr guten fünften Gesamtrang bedeutete. 

Für die Ski Crosser steht am kommenden Wochenende in Lienz zum Saisonabschluss noch die Deutsche Meisterschaft auf dem Programm. Petra Rapp

Sonntag, 24. März 2013

Expedition: Mit Ski auf das Dach Tibets

Foto: climbnice.com – A. Sippel
Am 27. März startet das deutsche Höhenbergsteigerpaar Alix von Melle und Luis Stitzinger (Höhenkirchen bei München) zu ihrer nächsten Achttausender-Expedition. Die Shisha Pangma, 8027 m, inmitten der Tibetischen Hochebene ist dieses Jahr ihr Ziel. Der „Kamm über den Weiden“, wie der Name des Berges wörtlich übersetzt heißt, ist der „kleinste“ der 14 Achttausender. Dennoch erreichen nur wenige Bergsteiger den knapp über achttausend Meter gelegenen Hauptgipfel. Der Weg dorthin ist häufig lawinengefährdet oder führt über einen exponierten, verwechteten Gipfelgrat.

Fünf Gipfelerfolge an den höchsten Bergen der Welt sind dem Ehepaar bereits ohne die Verwendung von künstlichem Sauerstoff geglückt (Cho Oyu, Gasherbrum II, Nanga Parbat, Dhaulagiri und Broad Peak), an dreien (Makalu, K2, Manaslu) mussten sie umkehren. Jüngst am Manaslu (2012) verfehlten sie ihr Ziel nur um 180 Meter, wo sie knapp unterhalb des Gipfels vor einem Gewittersturm die Flucht antreten mussten.

Dieses Mal wollen die beiden Bergsteiger den Gipfel über die Nord- und Nordostflanke des Berges bis Ende Mai erreichen. Dabei planen sie eine vollständige Skibefahrung des Berges. Der Verlauf der Expedition kann auf www.goclimbamountain.de im „Expeditionstagebuch Shisha Pangma“ live mitverfolgt werden.