Freitag, 31. Dezember 2010

Vier Deutsche starten am Münchner Olympiaberg

Foto: DSV
Am 2. Januar 2011 feiert ein hochkarätiger sportlicher Wettkampf im Olympiapark Weltpremiere: Beim Audi FIS Ski World Cup München geht es für die 16 besten Damen und Herren der Gesamtweltcup-Wertung um wertvolle Punkte. Mit Kathrin Hölzl (WSV Bischofswiesen), Viktoria Rebensburg (SC Kreuth) und Maria Riesch (SC Partenkirchen) bei den Damen sowie Felix Neureuther (SC Partenkirchen) bei den Herren gehen vier deutsche Athleten/innen an den Start. Der Wettkampf wird ab 16:30 Uhr unter Flutlicht als spannender Parallelslalom jeweils im Herren- und Damenmodus ausgetragen. Wie bei einem gewöhnlichen Weltcup-Rennen erhält der Sieger 100 Weltcup-Punkte.

Die Zuschauer können sich auf ein Wintersport-Highlight vor einer außergewöhnlichen Kulisse freuen. Um mehr Platz für den Wettkampf zu schaffen wird dafür der Olympiasee extra leer gepumpt. Das Starthäuschen befindet sich exakt 564 Meter über dem Meeresspiegel und die Duelle der Skiprofis werden nach den offiziellen FIS Regeln auf einer 200 Meter langen Rennstrecke auf der Nordseite des Olympiabergs ausgetragen. Zuschauer genießen eine optimale Sicht auf das spannende Geschehen. Leckere Hüttengerichte, Heißgetränke und Liegestühle machen die Veranstaltung zum Erlebnis für die ganze Familie. Kommentiert wird das Event von Bayern 3-Moderator Roman Röll und die Bayern 3-Band begleitet den Tag des Spitzensports im Olympiapark musikalisch. Hier ein paar Statements zu dieser Weltcup-Premiere:
Wolfgang Maier, Sportdirektor Alpin
„Der Parallelslalom mit KO-System im Olympiapark wird allen Beteiligten, von den Aktiven bis hin zum Publikum vor Ort und an den Bildschirmen, sehr viel Spaß machen – aber ganz sicher ist das keine Spaßveranstaltung, sondern ein absolut hochwertiger Alpin-Weltcup. Auch wenn der Wettbewerb, schon allein aufgrund der kürzeren Laufzeiten, sportlich gesehen etwas anderes ist. Wir werden sehen, wer damit am besten zurechtkommt. Das direkte Ausscheidungsfahren ist eine Herausforderung für die Aktiven. Und jede Sportlerin, jeder Sportler, die dort antreten, wollen das Rennen gewinnen. Derartige Rennformate werden die klassischen Alpinrennen nicht ersetzen, das ist auch gar nicht das Ziel. Aber sie sind eine sehr gute Möglichkeit, junge Leute mit unserem Sport anzusprechen – damit wir auch im Publikumssegment nicht überaltern.“
Maria Riesch (SC Partenkirchen)

„Ich freue mich riesig auf diesen ganz besonderen Tag in München! Die Spannung, wie es am Olympiaberg, mitten in der Stadt zu fahren sein wird, ist schon groß. Dort ein Rennen zu bestreiten, ist etwas ganz besonderes und ich hoffe auf viele Zuschauer und eine gute Stimmung. Darüber hinaus ist dieser Event eine tolle Möglichkeit, für die Olympischen Spiele 2018 zu werben!“
Felix Neureuther (SC Partenkirchen)
„Der Event am Olympiaberg ist etwas ganz besonderes. Wir fahren dort Mann gegen Mann, wir sind in der Stadt und freuen uns natürlich auf viele Zuschauer. Das Rennen hat eine hohe sportliche Wertigkeit, schließlich gibt es ja auch Weltcup-Punkte – und auch eine Bedeutung für die Stadt München und die Olympiabewerbung. Die FIS Alpine Ski-Weltmeisterschaft 2011 in Garmisch-Partenkirchen ist mein absoluter Saisonhöhepunkt, aber auch den Parallelslalom gehe ich als ein Heimrennen an. Als Sportler möchte ich die Menschen mit meinen Leistungen begeistern!"
Mehr Infos zum Rennen gibt es unter www.skiweltcup-muenchen.de. Petra Rapp

Donnerstag, 30. Dezember 2010

"kids on snow"-Tour gastiert am Hocheck, Sudelfeld, Brauneck und Spitzingsee

Der Deutsche Skilehrerverband (DSLV) und seine Profi-Skischulen gewährleisten mit ihrem Konzept „kids on snow“ die Qualität und fachliche Kompetenz des Skiunterrichts für Kinder von 3 bis 12 Jahren. Nicht Leistungsvergleiche oder Rennlaufambitionen sind die Zielsetzung der "kids on snow" - Tour, sondern die Freude an der Natur, das Entdecken von Bewegungen und der Spaß im Schnee stehen im Vordergrund. An verschiedenen Stationen, von der Spiel- über die Kurven-, Cross- und Geschwindigkeits- bis hin zur Pistenarena entwickeln die Kids ein umfangreiches Bewegungsrepertoire. Ziel der KidsCoaches: Die Fantasie der Kinder wecken, ihre Begeisterung für den Schnee fördern - einfach nur „Kind sein“! Sicheres und verletzungsfreies Bewegen auf und neben der Piste steht bei den „kids on snow-Tour“ 2010-11 ganz oben auf der Agenda. Insofern geht es beim Schneesportunterricht neben der Vermittlung von Techniken auch um die Themen Rücksicht, Wahrnehmung und Eigenverantwortung für die Sicherheit aller Pistenteilnehmer. Bei den Veranstaltungen können die „kids“ auch den „Pistenführerschein“ machen.

Termine: 02.01. am Hocheck/Oberaudorf, 06.01. und 13.02. Skiparadies Sudelfeld, 02. und 09.01. Skiregion Brauneck-Wegscheid sowie am 30.01. und 06.02. im Skigebiet Spitzingsee-Tegernsee. Anmeldungen direkt bei den teilnehmenden Skischulen. Teilnahmegebühr 15 € pro Kind. Flyer und alle Infos im Internet bei  www.hocheck.com, www.alpenplus.com. Mehr Infos unter www.kidsonsnow.de. Petra Rapp

Montag, 27. Dezember 2010

Jakob Lange überzeugt auch beim Alpencup der nordischen Kombinierer

Am 17. und 18. Dezember fand in Seefeld/Tirol der erste Winter-Alpencup der nordischen Kombinierer in der Saison 2010/2011 statt. Hier sind die jeweils besten Athleten der Alpenländer Österreich, Schweiz, Italien, Slowenien, Tschechien, Frankreich, Polen und Deutschland startberechtigt. Der Wettbewerb fand altersübergreifend für die Jahrgänge J17 bis J20 in einem Wettbewerb statt, so dass man sich auch gegen die jeweils ältere Konkurrenz messen musste.

Jakob Lange vom heimischen WSV Kiefersfelden wurde als einziger Inngauer Kombinierer vom DSV für diesen Wettbewerb nominiert. Für den aktuellen deutschen Schüler-Vizemeister war die Nominierung bereits ein großer Erfolg, da er noch in der J16 Klasse startet und so im Vergleich zu den stärksten Konkurrenten drei beziehungsweise vier Jahre jünger war. Umso erstaunlicher die Ruhe, die der junge Nachwuchsathlet beim Wettkampf an den Tag legte. Am ersten Tag erreichte Jakob Lange mit 98m auf K92m-Schanze ein ausgezeichnetes Resultat und platzierte sich auf dem 30. Gesamtrang unter 74 Teilnehmern. Der 15jährige Flintsbacher, Schüler des CJD Berchtesgaden, schlug sich auch auf der neu errichteten 10km-Weltcup-Strecke in Seefeld gegen die teilweise 18 und 19jährigen Konkurrenten hervorragend. Bei Außentemperaturen von minus 15 Grad und sehr stumpfen Schneeverhältnissen konnte sich Lange noch um vier Plätze auf Rang 26 verbessern und holte sich so seine ersten Alpencup-Punkte. Am Folgetag erreichte Jakob Lange in der Sprintkombination im Sprungwettbewerb wiederum mit einem sehr guten Sprung 95,5m bei sehr guten Haltungsnoten zwischen 17,0 und 18,0 erneut Rang 30. Im anschließenden 5-km-Sprint konnte sich der Nachwuchsathlet wiederum gegen die deutlich ältere Konkurrenz behaupten und mit Platz 32 von 74 Athleten sein Ergebnis vom Vortag bestätigen.

Damit ist Jakob Lange vom WSV Kiefersfelden der einzige europäische J16 Starter der in dieser Wettkampfserie nach den ersten sechs von zehn Wettkämpfen bereits in den Punkterängen platziert ist. Am 30. Dezember tritt Lange beim Löwenbräucup in Reit im Winkl als Titelverteidiger in der J16 auf der großen 90m gegen die besten Spezialspringer aus Slowenien, Österreich und Deutschland. Petra Rapp

Mit Laufbestzeit auf das Siegerpodest

Mitte Dezember fand im ostbayerischen Rastbüchel, dem Heimatort von Skisprungstar Michael Uhrmann, der erste Deutschlandpokal der nordischen Kombinierer sowie Spezialspringer statt. Gesprungen wurde auf der Baptist-Kitzinger-Schanze mit einem K-Punkt von 71m, gelaufen wurde auf der sehr selektiven und anspruchsvollen Loipe am Jägerbild.

Für den Wettbewerb in der nordischen Kombination konnten sich mit Benedikt Hager und Jakob Lange zwei Athleten des WSV Kiefersfelden qualifizieren. Während Benedikt Hager als jüngerer Jahrgang diesen Wettkampf als Test bestritt, galt für Jakob Lange dieses Wochenende als echte Standortbestimmung für diese Saison. Als aktueller deutscher Schüler-Vizemeister startete Jakob Lange in der J16  in den ersten Sprungwettbewerb und erreichte einen für ihn als bekannt starken Springer etwas enttäuschenden achten Platz im Feld der Kombinierer. Dies bedeutete einen Start-Rückstand im 10km-Lauf von 52 Sekunden auf den starken Württemberger Petrick Hammann vom SV Baiersbronn. Jakob Lange zeigte aber einen sensationellen Lauf, überholte Läufer für Läufer und konnte sich mit der absoluten Laufbestzeit noch auf den nicht mehr erwarteten zweiten Platz hinter Petrick Hammann vorlaufen. Hierbei schlug er erstmals in einem Laufwettbewerb sogar den vierfachen Schülercup-Gesamtsieger Tom Lubitz vom VSC Klingenthal um mehr als eine Minute. Benedikt Hager trat als S15-Starter an und erreichte im Sprungwettbewerb einen beachtlichen 15. Rang. Den konnte er allerdings in der Loipe auf der schweren Strecke nicht halten und fiel auf den 18. Platz zurück. Im Spezialspringen gingen Seppi Lechner vom WSV Kiefersfelden, Christian Heim vom SC Auerbach sowie Pius Paschke, ebenfalls WSV Kiefersfelden, an den Start. Im Feld der J17 erreichte Seppi Lechner einen sehr starken siebten Platz und war damit zweitbester deutscher J17-Springer. Zwei Plätze dahinter erreichte der Auerbacher Christian Heim, aktueller Deutscher Mannschaftsmeister und C-Kader-Mitglied, ebenfalls ein sehr gutes Ergebnis. Pius Paschke konnte in der mit Kader-Athleten gespickten Herren-Klasse einen beachtlichen Mittelfeldrang erreichen. Für Paschke ist dies die erste Saison in der Herren-Klasse, umso erfreulicher sein Abschneiden.

Am zweiten Tag hatte Jakob Lange großes Pech mit einsetzendem Rückenwind und konnte sich trotz einem technisch guten Sprung nur auf dem enttäuschenden 14. Platz, einem Platz vor seinem Vereinskollegen Benedikt Hager, einreihen. In der Loipe verbesserte er sich noch mit einer starken Laufleistung auf einen sehr guten sechsten Platz. Benedikt Hager wurde 17. Im Spezialspringen bestätigte Christian Heim vom SC Auerbach die Leistung des Vortages und erreichte den neunten Gesamtrang in der Klasse J 17/18, während Seppi Lechner vom WSV Kiefersfelden diesmal auf dem 15. Platz landete. Pius Paschke konnte sich diesmal in der sehr stark besetzten Herrenklasse auf einem sehr guten 8. Platz einreihen. 

Veronika Staber in Semmering mit dabei

Foto: DSV
Veronika Staber (WSV Samerberg) ist für den morgigen Riesenslalom-Weltcup in Semmering nominiert. Die Törwangerin wird neben Lena Dürr (SV Germering), Kathrin Hölzl (WSV Bischofswiesen), Veronique Hronek (SC Inzell), Viktoria Rebensburg (SC Kreuth) und Maria Riesch (SC Partenkirchen) für den DSV an den Start gehen. Nach ihrem hervorragenden zweiten Platz beim Europacup-Riesenslalom im italienischen Limone Piemonte am 20. Dezember (Siegerin Sara Hector, Schweden) und ihrem zweiten Weltcup-Einsatz beim Slalom im französischen Courchevel, wo sie mit der hohen Starnummer 62 zwar auf Rang 36 vorfuhr, aber selbst "überhaupt nicht zufrieden" war, darf man gespannt sein, ob sie diesmal den Sprung ins Finale schafft. Sie selbst sagt zwar, dass es im Slalom in der Saisonvorbereitung immer viel besser lief, aber ihre Ergebnisse im Europacup-Riesenslalom zeigen, dass sie auch im Riesenslalom in Form ist. Schließlich war sie in dieser Disziplin vor vier Jahren als 18jährige schon einmal Deutsche Meisterin und für die WM in Are nominiert, bevor sie  kurz vor der WM durch eine schwere Knieverletzungen weit zurückgeworfen wurde. Petra Rapp

Donnerstag, 23. Dezember 2010

Ski Cross-Weltcup Grasgehren: “Eine der längsten Strecken überhaupt”

Ski Cross ist spektakulär, ein wilder Ritt über Wellen, mit Sprüngen über Schanzen und heißen Überholmanövern durch Steilkurven. Mut und skitechnische wie athletische Fähigkeiten der Aktiven sind das eine, eine spektakuläre Ski Cross-Strecke das andere, was den Reiz dieser jungen Sportart ausmacht. Doch wie baut man so eine Strecke, die ein spannendes Rennen garantieren, die Sportler fordern, aber nicht überfordern soll?

B.Huber, M. Fiala (rechts)
Wir sprachen mit Berni Huber (SC Obermaiselstein und Liftbetreiber in Grasgehren) und Martin Fiala (Ski Cross-Olympiateilnehmer in Vancouver und heute u.a. für die FIS tätig). Die beiden früheren Weltcup-Abfahrer sind bei der deutschen Weltcup-Premiere in Grasgehren / Obermaiselstein (28./29. Januar 2011) für den Streckenbau verantwortlich.

Welche offiziellen Vorgaben für den Streckenbau habt Ihr?
Martin: Offizielle Vorgaben, welche Sprünge und Wellen so eine Strecke beinhalten muss, gibt es nicht. Es gab aber im Sommer eine gemeinsame Hangbegehung mit der FIS, bei der die ungefähre Streckenführung und die einzelnen Elemente besprochen wurden. Ich konnte vor kurzem auch in Innichen beim ersten Ski Cross-Weltcup, wo ich für die FIS als Sicherheits-Berater (Streckenbau, Absicherung, Streckentests) vor Ort im Einsatz, viele Erfahrungen sammeln.

Was zeichnet Eurer Meinung nach eine gute Ski Cross-Strecke aus?
Berni: Eine gute SX-Strecke muss für Frauen und Männer geeignet sein, im Idealfall mehrere Überholmöglichkeiten bieten sowie harmonisch ins Naturgelände eingebaut werden. Sprünge, Wellen, Steilkurven, Negativkurven, Step-Downs und Elemente, die nicht alltäglich sind, machen das Ganze erst richtig reizvoll. Bei allen Streckenbauten steht die Sicherheit der Athleten aber an erster Stelle!
Martin: Dazu gehören vor allem auch gute Landemöglichkeiten nach Sprüngen und gut abgesicherte Sturzräume.

Martin, was war für Dich in Deiner aktiven Karriere jeweils die schönste, die anspruchsvollste und die schwierigste Ski Cross-Strecke?
Martin: Die anspruchsvollste Strecke war sicher die der Olympischen Spiele in Vancouver mit weiten und hohen Sprüngen. Für meinen Geschmack war die eine oder andere Landemöglichkeit aber hier zu kurz. Interessant und sehr schön fand ich die Strecken in Frankreich in L’Alpe d’Huez und Les Contamines.

Welche Besonderheiten bietet das Streckenprofil in Grasgehren?
Berni: Die Strecke in Grasgehren verfügt über viele natürliche Bodenwellen. Wir wollen diese natürliche Charakteristik möglichst weitgehend berücksichtigen. Darüber hinaus wird der Parcours mit 1,2 Kilometern einer der längsten, wenn nicht der längste im Weltcup sein. Wir erwarten eine Zeit von knapp über einer Minute.

Wie geht Ihr praktisch an diese Aufgabe ran?
Berni: Die Pläne am Computer sind fertig. Jetzt werden die Schneemaschinen so platziert, um einen Streckenbau nach Plan zu ermöglichen. Wir wollen Ende Dezember mit dem Bau beginnen und Anfang Januar fertig sein. Die Firma Kässbohrer stellt uns für sechs Wochen extra einen Parkbully zu Verfügung. Das Fein-Tuning wird dann an jedem „Obstacle“ von Hand durchgeführt.
Martin: Die letztendliche Feinjustierung hängt jedoch von der Schneemenge und von der Schneebeschaffenheit ab.

Mit wie viel Mann und Pistenraupen werdet Ihr daran arbeiten?
Martin: Im Vorfeld wird es eine Mannschaft von ca. 20 bis 30 Personen geben, die die Strecke baut und absichert. Zwei bis drei Pistenraupen werden im Einsatz sein. Während der Veranstaltung werden dann bis zu 150 freiwillige Helfer vor Ort sein. Ohne die wäre eine Durchführung des Events undenkbar.

Bleibt der Kurs nach dem Rennen noch eine Zeitlang für andere Events oder Trainingszwecke so stehen oder ist das zu gefährlich?
Berni: Der Kurs wird nach dem Weltcup sicher entschärft werden müssen, um unsere Touristen nicht unnötigen Risiken auszusetzen. Aber der Nachwuchs in der Region, wie auch interessierte Teams werden - wie übrigens bereits in den letzten Jahren - hier auch weiter eine gute Trainingsmöglichkeit haben.  

Mehr zur deutschen SkiCross Weltcuppremiere unter www.skicrossweltcup.de Petra Rapp

Montag, 20. Dezember 2010

Antonia Fuchs holt einzigen Inngauer Sieg

Antonia Fuchs, Foto Rapp
Am vergangenen Wochenende startete der alpine Rennnachwuchs des SV Inngau in Hochfügen in die diesjährige Rennsaison. Dort fand nach dem Kondiwettkampf im September der zweite und dritte Wettbewerb des Inngau-Sparkassen-Cups 2010/2011 für die Schülerklassen S12 und S14 jetzt im Schnee statt (DSV Schülerpunkterennen Kat. III). Veranstalter der beiden Riesenslaloms war der SC Rosenheim.

Beim von BSV-Stützpunkttrainer Andi Horn gesteckten Rennen am Samstag trumpfte der Nachwuchs aus dem Oberland groß auf. In der S12 siegte bei den Mädchen Christiane Winkler (SC Rottach-Egern) vor Franziska Hagn (SC Kreuth) und Vroni Ettstaller (SC Ostin). Beste Inngauerin war hier Anna Ringelberg (WSV Samerberg) auf Rang sieben. Bei den S14-Mädchen standen Carla Harzer (TSV Hartpenning) vor Charley Flach und Vreni Leidgschwendner (beide SG Hausham) auf dem Treppchen. Vierte und beste Inngauerin wurde Josefa Korisanski (SC Aibling). Bei den S12-Buben fuhr Benedikt Marx (SC Aibling) als Zweiter hinter Florian Schlichtner (SC Rottach-Egern) auf das Podest. Dritter wurde Simon Nantschev (SC Rottach-Egern). Nicolai Nantschev (SC Rottach-Egern) holte sich den Tagessieg in der S14 vor dem Inngauer Felix Klapprott (WSV Samerberg) und Daniel Datzer (SC Rottach-Egern). Beim Rennen am Sonntag holte sich Christiane Winkler ihren zweiten Sieg vor Franziska Hagn und Anna Ringelberg, die diesmal den Sprung auf’s Podest schaffte. In der S14 gab es dann endlich den erhofften Sieg für den SV Inngau durch Antonia Fuchs (SV Bruckmühl). Sie siegte mit deutlichem Vorsprung vor Anne Julia Storch (WSV Erlbach) und Kathrin Heumann (WSV Oberaudorf). Bei den S12 Jungs waren erneut Florian Schlichtner als Sieger und Benedikt Mark als Zweiter vorne. Dritter wurde diesmal Jakob Schramm (WSV Schwarzenbach). In der S14 siegte Daniel Datzer vor Tobias Ramoser (WSV Reit im Winkl) und Tobias Schmid (SC Kreuth). Bester Inngauer war diesmal Leon Flamm (ASV Großholzhausen) als Vierter. Er verpasste das Podest nur um fünf Hundertstel. Alle Ergebnisse sind unter www.sc-rosenheim.de oder www.rennmeldung.de abrufbar. Petra Rapp

Skiverband Inngau und Partnerschulen des Wintersports in Obertauern

Das Finsterwalder-Gymnasium in Rosenheim organisiert als „Partnerschule des Wintersports“ im Rahmen des Schulskilagers seit Jahren das bewährte Trainingslager in Obertauern. Eingeladen waren auch in diesem Jahr Skisportler aus den Gaumannschaften und der Dientzenhofer-Realschule in Brannenburg, die ebenso dem Partnerzentrum des Wintersports (PZW) angehört.

Die Trainer Andreas Horn (BSV) und Walter Reindl konnten bei tiefwinterlichen Bedingungen auf den leeren Pisten Obertauerns zahlreiche Slalom- und Riesenslalom-Einheiten erfolgreich mit dem alpinen Nachwuchs absolvieren. Tägliche Studierzeiten am Abend unter der Anleitung von PZW-Koordinatorin Beate Ganser und Videoanalysen rundeten das Programm ab.

Schulleiterin Lisa Hauzenberger-Recher resümiert, dass die Kooperation der Skiverbände mit dem Finsterwalder-Gymnasium zur Förderung von jugendlichen Leistungssportlern von Anfang an eine Herausforderung war, der sich das Kollegium mit großem Engagement gestellt hat und die das Schulprofil gewinnbringend bereichert hat. Der 1. Vorsitzende des Skiverbands Inngau, dem der Schneelehrgang in Obertauern sehr am Herzen liegt, vereinbarte mittlerweile mit Walter Reindl, PZW-Leiter im Inngau, dass künftig nur noch die ersten drei Schülerjahrgänge (bis S 13) zum Lehrgang nach Obertauern fahren sollen. Außerdem sehen es beide als unbedingtes Erfordernis für junge Wintersportler im Leistungsbereich an, dass die Athleten sportlich und schulisch strukturell eingepasst sind. Die Entwicklung der Wintersportler kann sinnvollerweise nur über die Verbandsebene und die dazugehörigen PZW-Schulen erfolgen. Skifahrer aus anderen Schulen werden daher nicht mehr zum Lehrgang nach Obertauern eingeladen. Im März 2011 wird laut Walter Reindl, PZW-Leiter im SV Inngau, wieder die vorgeschriebene Sichtung für die alpinen PZW-Kids der neuen fünften Klassen am Sudelfeld durchgeführt. Anschließend müssen im April 2011 neue PZW-Kids aller Disziplinen die sportmotorischen Tests absolvieren. Der Skiverband Inngau (www.sv-inngau.de)  sowie die Partnerschulen (www.finsterwalder-gymnasium.de und www.rs-brannenburg.de)  werden dazu noch rechtzeitig informieren. Auskünfte sind auch direkt vom PZW-Leiter (wr_alpin@gmx.de) zu erhalten.

Dass der Lehrgang in Obertauern die Basis für Erfolge in den ersten Wettkämpfen liefern konnte, beweisen die Top-Platzierungen von drei Athleten bei den anschließenden DSV-Punkterennen in Hochfügen am 18. und 19. Dezember (durchgeführt als Sparkassencup 2 und 3 vom SC Rosenheim): Antonia Fuchs  erzielte einmal den 1. Platz, Felix Klapprott den 2. und Leon Flamm den 6. Rang.

Eckert überzeugt beim Ski Cross-Weltcup Auftakt in Innichen

http://outdoor-foto.blogspot.com/
Paul Eckert vom WSV Samerberg legte in Innichen/San Candido im italienischen Hochpustertal einen ausgezeichneten Start in die diesjährige Ski Cross-Weltcupsaison hin: Der junge Samerberger belegte bei seinem erst zweiten Weltcup-Einsatz beim Rennen am Samstag Rang 13 und war damit hinter Simon Stickl (Rang 9) zweitbester Deutscher. Eckert holte sich damit seine ersten Weltcup-Punkte. Es siegte Patrick Gasser aus der Schweiz. Beim zweiten Weltcup-Rennen am Sonntag auf gleicher Strecke zeigte Paul Eckert bei eisigen Temperaturen erneut eine überzeugende Leistung und wurde 21. Gesiegt hat hier der Australier Scott Kneller. Simon Stickl (SC Bad Wiessee) wurde als bester Deutscher 18., Thomas Fischer (SC Ruhpolding) 20. vor Eckert.
Nach der Weihnachtspause steht am 7. Januar 2011 in St. Johann (Tirol/Österreich) das nächste Weltcup-Rennen für den 20jährigen auf dem Programm. Dann folgen zwei Rennen in Frankreich, bevor am 29. Januar in Grasgehren/Obermaiselstein im Allgäu zum ersten Mal auf deutschem Boden ein Ski-Cross-Weltcup stattfindet (www.skicrossweltcup.de). Petra Rapp

Schenker Langlauf Grenzlandcup mit Rekord-Teilnehmerfeld in Reit im Winkl eröffnet

Foto: Grenzland-Cup
Am 19. Dezember fiel der Startschuss für das erste von insgesamt sechs Rennen des diesjährigen, internationalen Schenker Grenzlandcups. Die erfolgreiche, grenzüberschreitende Rennserie, die in diesem Jahr ihr zehnjähriges Jubiläum feiert, wurde bei traumhaften Wetter sowie optimalen Loipenbedingungen im Weltcupstadion in Reit im Winkl eröffnet. 418 Teilnehmer aus dem Inngau und Chiemgau, aus Tirol und Salzburg hatten zum Freistilrennen mit Einzelstart gemeldet. „Das ist bisher absoluter Teilnehmerrekord“, freute sich OK-Chef Christian Rieder. Die Streckenlängen, die zurückgelegt werden mussten, lagen zwischen einem Kilometer (Bambini), fünf Kilometer (ab Schüler 13 und Damenklassen) und zehn Kilometer (Jugend II und Herrenklassen). Bei den Bambinis siegten Merle Höstinger und Veit Raubinger (beide WSV Reit im Winkl), in der S8 waren Julia Moser (TSV Siegsdorf) und Moritz Hartmann-Lankes (SV Oberteisendorf) die Schnellsten, in der S9 Johanna Puff (SC Aising-Pang) und Andreas Hobmaier (TSV Siegsdorf), in der S10 Sophia Lechner (TSV Marquartstein) und Johann Werner (SC Aising-Pang), in der S11 Pia Hartmann-Lankes (SV Oberteisendorf) und Sebastian Kistenmacher (SK Berchtesgaden). Bei den S12-Schülern standen Verena Ritzer (LLC Walchsee) und Jonah Werner (SC Aising-Pang) ganz oben auf dem Stockerl, in der S13 Celina Biermaier (TSV Siegsdorf) und Simon Groß (SC Ruhpolding), in der S14 Sarah Eder (WSV Reit im Winkl) und Jonas Alraun (SC Aising-Pang), in der S15 Maria Höflinger (WSV Reit im Winkl) und Markus Estermann (WSV Samerberg). In der Jugend 1 m war Tao Kravanja (SC Saalfelden) ganz vorne, in der Jugend 2 Felix Hörl (SC Aising-Pang). Die schnellste Gesamtzeit bei den Damen lief Magdalena Heibler (WSV Samerberg). Bei den Herren war AK1-Sieger Günther Dengg (SVG-Uderns) nicht zu schlagen.

Die nächsten Rennen des Schenker Grenzlandcups finden in Ruhpolding (2. Januar), in St. Ulrich am Pillersee (9. Januar), in Walchsee (30. Januar), in Söll (5. Februar) und in Sachrang (5. März) statt. Nähere Infos und alle Ergebnisse unter www.grenzlandcup.de. Petra Rapp

Donnerstag, 16. Dezember 2010

Ski Crosser heiß auf den Weltcup-Start in Innichen

Foto: Innichen
Jetzt geht's los: Am 17./18. Dezember starten die Ski Crosser in Innichen/San Candido (http://www.ski-cross.it/) in die neue Weltcup-Saison. Die Athleten/innen sind heiß.

DSV-Trainer Alex Böhme hat insgesamt neun DSV-Starter für den Weltcup-Auftakt in Innichen nominiert. Bei den Damen sind Heidi Zacher (SC Lenggries), Anna Wörner (SC Partenkirchen) und Christina Manhard (SC Pfronten) mit dabei. Bei den Herren gehen Daniel Bohnacker (SC Gerhausen), Thomas Fischer (SC Ruhpolding), Mathias Wölfl (SC Schöneck), Simon Stickl (SC Bad Wiessee), Florian Eigler (SC Pfronten) und Paul Eckert (WSV Samerberg) an den Start. Hier ein paar Statements aus dem DSV-Team zum Saisonauftakt:
Trainer Alex Böhme: "Wir wollen in Innichen mit einem guten Einstieg in die diesjährige Weltcupsaison starten. Kleinere Verletzungen und Blessuren, die sich die Aktiven während der Vorbereitung zugezogen hatten, sind verheilt und pünktlich zum Saisonauftakt präsentieren sich alle Athleten wieder fit und in guter Form. Jetzt gilt es, die im Training erkennbaren Leistungssteigerungen in den Wettkämpfen umzusetzen. Unsere Damen sind in der Lage, sich unter den besten Acht zu platzieren. Für die Herren gilt es, Ergebnisse unter den Top-16 zu erreichen. Mit unseren derzeitigen Leistungsträgern Anna Wörner und Simon Stickl können wir auch um Top-Platzierungen fahren."
Sportlicher Leiter Heli Herdt: "Nach einer guten und intensiven Vorbereitung ist das gesamte Team hoch motiviert für den ersten Weltcup in Innichen. Die dortigen Doppelrennen sind die erste echte Standortbestimmung und wir sind natürlich gespannt, wie wir im internationalen Vergleich abschneiden. Nach der geglückten Olympiapremiere in Vancouver wollen wir das Interesse der Öffentlichkeit an unserem Sport nutzen und gleich zu Beginn des Winters mit guten Leistungen überzeugen."
Simon Stickl: "Die Vorbereitung ist für mich in diesem Jahr äußerst zufriedenstellend verlaufen. Die Stimmung im Team war hervorragend und wir konnten unter optimalen Bedingungen trainieren. Beim Training in Hintertux und im Mölltal haben wir sowohl beim Start als auch auf der Strecke noch einmal einige Verbesserungen im skitechnischen Bereich erarbeiten können. Bei einem Sturz habe ich zwar einige Blessuren davongetragen – ich denke aber, ein Resultat unter den Top-8 sollte erreichbar sein."
Anna Wörner: "Obwohl wir ja etwas Pech mit dem Wetter hatten, ist die Vorbereitung sehr gut verlaufen. Besonders positiv fand ich, dass Damen und Herren gemeinsam trainiert haben. Das hat noch einmal den Teamgeist gestärkt. Und für uns Damen ist es ein großer Vorteil, da wir von den Männern einiges lernen können. Derzeit fühle ich mich fit für den Rennwinter und freue mich auf den Weltcup-Start." 
Martin Fiala, im letzten Jahr in Vancouver noch bei Olympia aktiv dabei, ist als Technical Advisor der FIS in Innichen live dabei und berichtet auf seinem Blog über das Rennen: www.martin-fiala.blogspot.com
Petra Rapp

Dienstag, 14. Dezember 2010

SV Inngau Ski Cross: Schmidt verletzt, Eckert in Innichen dabei

Florian Schmidt; Foto DSV
Paul Eckert, Foto DSV
Nach der schweren Trainingsverletzung von Berti Nagl (WSV Kiefersfelden) im Training im November in Hintertux, hat es jetzt auch den zweiten Inngauer LG 1b Ski Crosser erwischt: Florian Schmidt (WSV Oberaudorf) verletzte sich beim Europacup am vergangenen Wochenende in Jerzens/Pitztal bei einem Sturz und fällt mit einer Rückenverletzung mehrere Wochen aus. Paul Eckert (WSV Samerberg) ist nun der einzige der drei Inngauer Nationalkaderfahrer, der beim Ski Cross-Weltcupauftakt am kommenden Wochenende, 17./18. Dezember, im italienischen Innichen/San Candido mit dabei ist. Petra Rapp

Rocker-Skitechnologie: "Let's rock the snow"

Dirk Reinhardt, Foto: Rapp
Wer sich in dieser Saison neue Ski zulegen will: Ab sofort wird der Schnee „gerockt“! Die neue Rocker-Technologie ist der neue Skitrend schlechthin im Skibau. Unsere Redaktion sprach mit dem Nußdorfer Dirk Reinhardt, seit zehn Jahren für den Produktbereich Alpin beim für seine innovativen Skikonstruktionen bekannten Skihersteller Salomon verantwortlich.

Redaktion: Was unterscheidet Rocker-Ski von anderen Carving-Ski?
Reinhardt: Die Rocker-Technologie ist eine neue Skibauweise, bei der Schaufel und bei Twin-Rockern auch das Heck deutlich nach oben gebogen sind. Die Vorspannung im Ski ist also im Vergleich zu bisherigen Carving-Ski umgekehrt.
Redaktion: Woher kommt die Idee?
Reinhardt: Diese Bauweise kommt aus dem Surf- und Boardsportbereich und wird bei extremen Freeride- wie Twin Tip-Modellen schon länger angewendet. Jetzt wird diese Technologie auch immer stärker im Allmountainsegment, sprich bei Ski für Gelände und Piste eingesetzt.
Redaktion: Welche Vorteile hat diese Technologie für den Skifahrer?
Reinhardt: Die Rocker-Technologie macht den Ski auf der Piste laufruhiger und stabiler, ohne ihn aber zu steif und unkomfortabel zu machen. Die Allterrain-Rocker für Piste und Gelände haben im Vergleich zu den reinen Freeride-Ski, die im Tiefschnee sehr viel Auftrieb brauchen und deshalb über eine sehr starke Aufbiegung verfügen, einen gemäßigteren Rocker-Shape. Der garantiert aber dem Ski im Vergleich zu herkömmlichen Carving-Ski ein leichteres Handling und Drehen auf der Piste, ohne dass Schaufel und Skieenden verkanten. Zusätzlich verbessern sich Auftrieb und Manövrierbarkeit der Ski im Gelände.
Redaktion: Wird der Ski so nicht unruhiger, „flatteriger“, gerade auf härteren Pisten?
Reinhardt: Ein Rocker ist natürlich kein Rennski. Aber die Rocker-Shapes erleichtern nicht nur die Schwungeinleitung, sondern machen den Kanten- und Druckwechsel im gesamten Kurvenverlauf weicher und harmonischer und die Gefahr des Verschneidens wird minimiert. Man braucht damit weniger Kraft und die Ski machen einfach unglaublich viel Spaß.
Redaktion: Geht die Entwicklung in dieser Richtung noch weiter? 
Reinhardt: Ja, mit Sicherheit. Da ist noch unglaublich viel Potential nach oben. Gerade im Bereich der schmaleren, stark taillierten Pistenrocker wird sich in Zukunft noch einiges tun. 
(Petra Rapp)

Mittwoch, 8. Dezember 2010

Ausstellung "Frauen auf Skiern - Der lange Kampf um die Skihose" in GAP

Foto: Museum Aschenbrenner
Ein spannendes Kapitel Sportgeschichte schlägt die Ausstellung „Abgefahren! Frauen auf Skiern" bis 13. März 2011 im Museum Aschenbrenner in Garmisch-Partenkirchen auf. Mit einer Vernissage öffnete die Sonderausstellung - Teil des umfangreichen WM-Kulturprogramms - jetzt ihre Pforten.
„Jede Frau muss in sich den mächtigen Trieb nach Freiheit finden und streben..." - Solche revolutionären Gedanken hielt der bekannte Skipionier Mathias Zdarsky schon 1896 in seinem Buch über das Skifahren fest. Bis diese Auffassung breitere gesellschaftliche Akzeptanz fand, gingen allerdings noch viele Jahre ins Land. Trotzdem entdeckten auch Frauen Ende des 19. Jahrhunderts das Skifahren für sich. Natürlich mussten die Frauen auch beim Skisport so manche Hürde nehmen: Sie wurden belächelt, als „Mannsweiber" beschimpft und mussten lange um die Skihose kämpfen. Trotz dieser Vorbehalte ließen sich die „Neuen Frauen" nicht aufhalten. Auch Fremdenverkehrsorte und Modeindustrie entdeckten die Sportlerinnen bald als Konsumentinnen und umwarben sie gezielt.
Die Ausstellung erinnert an die Anfänge des Frauenskisports und widmet sich der Entwicklung des Skifahrens zum Breitensport Mitte des 20. Jahrhunderts. Exponate aus dem 19. Jahrhundert wie drei Meter lange Holz-Ski oder die einfachen Fassdauben-Skier der Einheimischen führen die Ausstellungsbesucher in eine Zeit zurück, in der Skifahren noch ein wahres Abenteuer war. Historische Graphiken, Fotos, Karikaturen und Werbeplakate zeigen Skifahrerinnen im Rock, eine Hörstation lässt die heiße Debatte um die Hose für die Dame wieder aufleben. Die Entdeckung des Skifahrens als Freizeitvergnügen zog eine Reihe von Erfindungen nach sich. Kürzere Skier, verschiedene Bindungen - von der „Pantoffelbindung" bis zur „Kandahar-Aufschraubbindung" - und Schuhe: Wer dem neuen Wintersport verfallen war, brauchte entsprechende Ausrüstung. Die Schau zeigt neben historischen Skiern und Schuhen auch einen spannenden Querschnitt an Kleidung und Accessoires, vom Sportkorsett bis zur Keilhose. Auch eine Sammlung der „Ullr"-Amulette ist zu sehen: Ullr, nordischer Gott des Winters, galt als Patron der Skifahrer. Neben prominenten Freizeit-Skifahrerinnen wie Kronprinzessin Cäcilie oder Liesl Karlstadt wird natürlich auch an deutsche Rennfahrerinnen erinnert: Sportlerinnen wie Christl Cranz, Ossi Reichert, Mirl Buchner, Käthe Grasegger oder Rosi Mittermaier sind noch heute für ihre Spitzenleistungen im Skisport weltberühmt. Die Ausstellung dokumentiert ihre größten Erfolge und lässt sie in Interviews zu Wort kommen.

Die Sonderausstellung „Abgefahren! Frauen auf Skiern" ist bis 13. März 2011 jeweils von Dienstag bis Sonntag von 11.00 bis 17.00 Uhr geöffnet. Am 24. Dezember und am 31. Dezember kann die Ausstellung von 11.00 bis 15.00 Uhr, am 1. Januar von 13.00 bis 17.00 Uhr besichtigt werden. Eine literarische Lesung rund ums Skifahren mit der Schauspielerin Chiara Isabella Nassauer mit dem Titel „Für welche Bindung schwärmen Sie?" findet am Sonntag, dem 16. Januar, um 18.00 Uhr statt. www.museum-aschenbrenner.de

Dienstag, 7. Dezember 2010

Rennauftakt für den alpinen Schülernachwuchs im SV Inngau

Extrem früh startet der alpine Rennnachwuchs im SV Inngau in die diesjährige Rennsaison. Nach dem Konditionswettkampf im September, dem ersten Wettbewerb des Inngau-Sparkassen-Cups 2010/2011,  finden am 18. und 19. Dezember in Hochfügen der zweite und dritte Wettbewerb für die Schülerklassen S12 und S14 jetzt im Schnee statt (DSV Schülerpunkterennen Kat. III). Veranstalter ist der SC Rosenheim. Am Samstag und Sonntag wird jeweils am Lift Pfaffenbühel III ein Vielseitigkeitsriesenslalom in zwei Durchgängen gefahren. Start der ersten Durchgänge ist am Samstag um 10.30 Uhr, am Sonntag um 10 Uhr. Meldeschluss ist Mittwoch, 15. Dezember, um 20 Uhr. Die Startgebühr beträgt zehn Euro. Die Auslosung findet am Donnerstag, 16. Dezember, um 19 Uhr in Rosenheim bei der Firma Element Events (Samerstraße 1) statt. Detaillierte Ausschreibung und Anmeldung unter www.rennmeldung.de. Infotelefon unter 08031/70156 (Markus Pongratz). Kurzfristige Änderungen auch unter www.sc-rosenheim.de. Petra Rapp

Sonntag, 5. Dezember 2010

Starke Leistung beim FIS Snowboard Europacup in Hochfügen

Foto: BSV
Es waren nicht die leichtesten Bedingungen für den Ski-Club Rosenheim als Ausrichter des FIS Snowboard-Europacup Ende November in Hochfügen. Schon in der Vorplanung lies der Schnee lange auf sich warten. Man verlegte den Wettkampfort von dem im Talkessel liegenden Wunschgelände nach ganz oben auf 2330 m Höhe. Am Freitag, den letzten Aufbautag, kamen dann Schnee und Kälte. Über Nacht fielen fast 60 cm Schnee und die Temperatur sank am Wettkampftag auf -20° Grad. Nur die Sonne konnte die Gemüter bei Laune halten. Somit begann das Wettkampfjahr für die Snowboarder bei idealen winterlichen Verhältnissen. Auch dank der großen Unterstützung des SC Aising-Pang konnten die Rosenheimer das Rennen am Ende perfekt durchziehen.
Fast 200 Meldungen garantierten einen Event auf Weltcupniveau. Die Gewinner des Parallel-Riesenslaloms waren keine Überraschung. Bei den Damen siegte die Olympiasiegerin von Vancouver, Nicolien Sauerbreij aus den Niederlanden. Auch den Italiener Roland Fischnaller, der sich den Sieg bei den Herren holte, musste man zu den Favoriten zählen. Erfreulich auch die Platzierungen der Deutschen. Mit Platz drei konnte Anke Karstens einen Platz auf dem Podium erringen. Mit Platz fünf belegte Selina Joerg aus Baden-Württemberg einen Spitzenplatz. Und auch Isabella Laböck aus Prien war mit Platz sechs ganz vorne mit dabei.
Aus Rosenheimer Sicht machte bei den Herren ein Nachwuchstalent erstmals groß international auf sich aufmerksam. Der erst 17-jährige Stefan Baumeister, der für den SC Aising-Pang ins Rennen ging, war mit einem beachtlichen fünften Platz bester Deutscher. Petra Rapp

Mittwoch, 1. Dezember 2010

Gewinnspiel: Bergstolz Adventskalender

Am heutigen 1. Dezember startet das Magazin Bergstolz seinen online Adventskalender. Hinter den 24 Türchen verbergen sich hochwertige Preise: Skioutfits von Norröna, Arcteryx, X-Bionic, Tribus und Bench. Helme, Brillen, Protektoren, Schuhe, Lifttickets, Freeride Maps, Skistöcke, Kameras und die neue Maloja Bergstolz Kollektion. Als Hauptpreis winkt am 24.Dezember ein Skiwochenende in Fieberbrunn. Teilnehmen können alle schneeverrückten Skifahrer und Freerider. Bergstolz ist eine kostenlose Freeride-Zeitung im XXL-Format. Der Bergstolz wendet sich an alle Freerider und Variantenfahrer, die nicht davon ablassen können, sich im Gelände frei zu bewegen. Die Zeitung liegt bei ausgewählten Sportfachhändlern, Events und anderen Hot Spots der Freeride-Szene aus und wird von Sport Conrad jeder Bestellung von fetten Skiern und Freeride-Equipment beigelegt. Infos unter www.bergstolz.de

Langlauf: Schenker Grenzland-Cup boomt

Grenzübergreifende Langlauf-Wettkampfserie feiert in diesem Jahr zehnjähriges Jubiläum. 

Die Vorbereitungen für die größte regionale Langlaufrennserie laufen auf vollen Touren. Am 19. Dezember soll in Reit im Winkl, falls Frau Holle nicht streikt, bereits der Startschuss für das erste von insgesamt sechs Rennen des diesjährigen Schenker Grenzlandcups fallen. Geplant sind weitere Rennen in Ruhpolding (2. Januar), in St. Ulrich am Pillersee  (9. Januar), in Walchsee (30. Januar), in Söll (5. Februar) und in Sachrang (5. März). Die erfolgreiche grenzüberschreitende Rennserie wurde vor zehn Jahren ins Leben gerufen, damit sich der Langlaufnachwuchs aus dem oberbayerischen Inngau und dem Bezirk Kufstein über die Grenzen hinaus im Wettkampf messen kann. Der Schenker Grenzlandcup hat sich seither großartig entwickelt und sich über die Jahre zu einem Fixpunkt im Rennkalender der Langlaufvereine entwickelt, wo sich inzwischen Athleten aller Alterstufen aus ganz Bayern und Tirol treffen. Und die Serie hat noch großes Potential. OK-Chef Christian Rieder auf der Pressekonferenz letzte Woche: „Wir haben heuer gleich drei neue Rennorte, zwei davon jetzt auch im Chiemgau und eines im Bezirk Kitzbühel. Im nächsten Jahr soll der Grenzland-Cup noch weiter ausgeweitet werden und wird voraussichtlich den Alpencup ablösen“.

Während in Deutschland der Langlaufsport weiter im Aufschwung ist, dient der Schenker Grenzlandcup bei unseren Nachbarn derzeit vor allem dazu, den seit dem WM Gold in der Staffel 1999 eher im Rückzug befindlichen Langlaufsport wiederzubeleben. Dass dieses Vorhaben auch realisiert werden kann, dafür will sich auch der österreichische Olympia- und WM-Medaillengewinner Markus Gandler sowie der ganze österreichische Skiverband einsetzen, was die Anwesenheit der vielen Prominenz bei der diesjährigen Pressekonferenz zeigte. So waren ÖSV-Sportdirektor Hans Pum, der Präsident des Tiroler Skiverbandes, Werner Margreiter, und Biathlon-Renndirektor Franz Berger anwesend. Den Deutschen Skiverband vertrat Vize-Präsident Peter Schlickenrieder. Einhelliger Tenor aller Beteiligten war, dass die Jugend wieder vermehrt für den Wintersport begeistert werden muss. Veranstaltungen wie der Schenker Grenzlandcup bieten dafür die perfekte Plattform. DSV-Vizepräsident Peter Schlickenrieder meinte: „Der Wettkampf Tirol gegen Bayern macht den Internationalen Schenker Grenzlandcup besonders interessant. Hier haben schon die Jüngsten die Möglichkeit, sich ohne weite Wege und große Kosten mit den Läufern aus einer anderen Nation zu messen, das motiviert zusätzlich.“ Weitere Informationen zu allen Wettkämpfen gibt es auf www.grenzlandcup.at. Petra Rapp